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Apothekenreform
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Warken will höheres Fixum 2026

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will das Versprechen eines höheren Apothekenfixums noch einlösen – wenn es nach ihr geht, im kommenden Jahr. Die Sorgen der Apothekerschaft mit Blick auf die PTA-Vertretung teilt sie nicht, zeigt sich aber noch gesprächsbereit.
AutorAlexander Müller
Datum 18.11.2025  07:58 Uhr

Keine schlechten Erfahrungen mit impfenden Apotheken 

Kritik am Gesetz kommt aber auch von anderer Seite: Die Ärzte wehren sich gegen die geplanten Ausweitungen der Impfungen in Apotheken sowie die Rx-Abgabe ohne Rezept unter bestimmten Umständen.

Bei einer Live-Umfrage wertete die Hälfte der Teilnehmer – überwiegend aus der Ärzteschaft – die Pläne als Gefährdung der Patientensicherheit, doch mehr als jeder Dritte glaubt auf der anderen Seite an eine Entlastung der Praxen.

»Wir haben mit dem, was Apotheken machen dürfen, keine schlechten Erfahrungen gemacht«, räumte Warken die Debatte ab. In einem neu geordneten Primärversorgungssystem müssten die Apotheken »mehr machen dürfen und mehr machen in Zukunft«. Das bezog sie auch auf die pharmazeutischen Dienstleistungen, sodass unter dem Strich die Apotheken noch mehr »die erste Beratungsstelle und Anlaufstelle« würden und so die Arztpraxen entlasten könnten – denen sie übrigens nichts wegnehmen würden.

Die Ministerin machte deutlich, dass sich bei ihren Reformplänen alle bewegen müssten. Die Apotheken wollten Aufgaben der Ärzteschaft übernehmen, wehrten sich aber dagegen, den PTA mehr Kompetenzen zuzugestehen. Andererseits will die Ministerin der Selbstverwaltung nicht alles vorgeben, etwa bei den neuen Abgaberegeln von Medikamenten. Ihre Botschaft:  Es lässt sich über alle Bereiche noch sprechen.

Beim geplanten Primärarztsystem gibt es laut Warken ohnehin »noch mehr Fragen als Antworten«. Die Hausärzte dürften nicht zum »Flaschenhals« oder »Durchlaufposten« werden, ohne dass es wirkliche Patientensteuerung gibt. Die braucht es aus Sicht der Ministerin aber dringend. Möglich sei dies über eine neue Praxisgebühr, aber auch über ein Bonusmodell. »In die eine oder andere Richtung muss ich es merken.« Im Laufe des nächsten Jahres will sie die Überlegungen in ein Gesetz gießen. Vielleicht würden sich auch Projektregionen anbieten. Der Idee eines Basistarifs, wie von KBV-Chef Andreas Gassen vorgeschlagen, erteilte die Ministerin aber eine Absage.

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