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Ministerin beim PZ-Livetalk
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Warken verspricht 9,50 Euro

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will sich an den Koalitionsvertrag halten und die darin verankerte Fixumserhöhung auf 9,50 Euro umsetzen. Beim neuen PZ-Livetalk »Alex’ Doppelte Dosis« sagte die Ministerin, dass sie sich an die Ankündigung im schwarz-roten Koalitionsvertrag gebunden fühle. 
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 28.01.2026  14:00 Uhr

Warken: Ansatz bei PTA-Vertretung bleibt richtig

Der Ansatz sei indes nach wie vor richtig, es habe auch zustimmende Rückmeldungen gegeben. Gerade kleineren Apotheken wolle man damit helfen. Apotheken zu schwächen und der Branche »Apotheken light« aufzudrücken, habe man nicht im Sinn gehabt.

Ein Einfallstor für Fremdbesitz sei die Regelung nicht, schon gar nicht nach der Verschärfung der Vorgaben, zeigte sich Warken überzeugt. Vielmehr handele es sich um eine »Lösung, die allen gerecht wird«. Was am Ende einer solchen Testphase stehen könnte, mochte die Ministerin nicht konkret einschätzen – nur so viel: Die Regelung könne auch wieder abgeschafft werden, »wenn sie nicht angenommen wird und am Ende des Tages nicht hilft«. Aber auch dazu werde man Gespräche führen.

Laut den Reformplänen sollen Apotheken mehr Aufgaben in der Primärversorgung übernehmen. Zur Primärversorgung gab es am Dienstag einen Fachdialog im Bundesgesundheitsministerium (BMG) – wobei die Apothekerschaft  zum Auftakt nicht eingeladen war. Auch das kam bei »Alex’ Doppelte Dosis« zur Sprache. Warken versicherte, dass die Apotheken in der zweiten Runde dabei sein würden.

Die Rolle der Apotheken in der Primärversorgung

Der Ministerin zufolge braucht es einen Ansatz, nicht nur vom Arzt aus zu denken, sondern »das System größer zu spannen«. Hier sollten die Aufgaben der Apotheken erweitert werden, auch um die Gesundheitskompetenzen der Menschen zu stärken und sie zu lotsen. Nicht jedes Bedürfnis der Menschen müsse »in die Arztpraxis führen«.

Die Vorhaben lehnen sich erkennbar an das Zukunftspapier Apotheke der ABDA an. Apotheken sollen demnach mehr testen und impfen und sich mit pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) stärker in die Prävention einbringen. Eine Rx-Akutversorgung in bestimmten Fällen ist vorgesehen, zudem mehr Kompetenzen in der Chronikerversorgung sowie ein erleichterter Arzneimittelaustausch.

Dass Apotheken Arzneimittel unter bestimmten Bedingungen ohne Rezept abgeben dürfen, rief die Ärzte mit harscher Kritik auf den Plan. Warken will daran aber festhalten – auch wenn es hier Gegenwind von den Ärzten gebe. Sie habe »schnell bemerkt, dass das nicht alle gut finden«, sagte sie in Berlin augenzwinkernd.

Sie sei aber zuversichtlich, dass Regelungen erarbeitet würden, die keine Haftungsrisiken für Apotheken darstellten, die den Patienten zugutekämen und die Ärzte nicht ausbooteten, so die Ministerin. Da gebe es »einen mehrfach doppelten Boden«. Gerade vor dem Hintergrund, dass das Versorgungsnetz nicht mehr so engmaschig sei, müsse »praktikabel« gedacht werden.

Es müsse sichergestellt werden, dass es sich lohne, eine Apotheke zu eröffnen, vor allem auf dem Land, betonte Warken. Apotheken müssten in die Lage versetzt werden, eine starke Rolle in der Prävention einzunehmen. »Prävention kann ja nicht irgendwo stattfinden.« Apotheken seien eine gute Anlaufstelle.

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