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Krisen als Chance
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»Von allein wird die Zukunft nicht besser«

Krise bedeutet für viele Gefahr. Das muss nicht sein. Wie Transformation gelingen kann, was sie ausmacht oder hemmt und was wir am Ende davon haben, erläuterte Reza Razavi beim DAV-Wirtschaftsforum in Potsdam.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 24.04.2024  17:00 Uhr

Hungry Beasts & Ugly Babies

Warum aber scheitern Transformationen so häufig? Laut Razavi erhalten Vorgesetzte erstens oft kein echtes Feedback. Er nennt das »Fifty Shades of Green« – jeder berichtet nur Positives, ganz nach dem Motto: alles im grünen Bereich. Zweites gibt es zu viel Powerpoint, ohne dass die Inhalte auch in die Umsetzung kommen. Drittens klonen sich Führungskräfte selbst anstatt Menschen mit neuen Impulsen in die Firma zu holen. Und viertens hat sich häufig keine wirkliche Unternehmenskultur etabliert.

Einen weiteren Hinderungsgrund für den Wandel sieht Razavi in den sogenannten »Hungry Beasts«. Gemeint ist das Alltagsgeschäft. Es bekomme zu viel Aufmerksamkeit, binde zu viele Ressourcen und Personal. Um die »Ugly Babies« dagegen kümmere sich niemand. Das sind die guten Impulse, die erst noch »schön gemacht werden müssen«. Dafür nehme sich aber keiner die Zeit, bedauerte er.

Am Schluss bleibt Transformation immer eine Frage der Haltung, ob Konflikte als Stolpersteine gelten oder als Aufforderung zur Verbesserung. Fest steht aber: »Von allein wird die Zukunft nicht besser.« Würden wir Wettbewerb und Kampf hinter uns lassen und stattdessen unsere Zukunftszellen verbinden, könnten wir viel erreichen, ist er überzeugt. Auf dem Weg dahin werde Schmerz nicht zu vermeiden sein, versprach er. Das Gute aber: »Wandel heißt auch Heilung«.

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