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Marktübersicht 2020
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Viele neue Biosimilars in der Pipeline

Biosimilars machen derzeit nur einen kleinen Teil im GKV-Arzneimittelmarkt aus. Im vergangenen Jahr bildeten sie lediglich knapp 4 Prozent des gesamten Umsatzes, zeigen Zahlen der AG Pro Biosimilars. Allerdings befinden sich derzeit einige Nachahmer-Präparate in der klinischen Prüfung, vor allem in den Bereichen Augenheilkunde und Krebsforschung. Die AG Pro Biosimilar pocht zudem auf Änderungen bei den geplanten Substitutionsregeln.
AutorKontaktCharlotte Kurz
Datum 30.07.2021  07:00 Uhr
Geplante Substitution sollte »überdacht« werden

Geplante Substitution sollte »überdacht« werden

In der Veröffentlichung der Marktübersicht bezieht die Interessensvertretung der Biosimilar-Herstellung auch politisch Stellung und warnt davor, Biosimilars wie Generika zu behandeln. Mit der Einführung des Gesetzes für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) ist geplant, ab Mitte 2022 Biosimilars ähnlich wie Generika in Apotheken je nach Rabattvertrag automatisch zu substituieren. So entscheide nicht mehr der Arzt, von welchem Hersteller das Präparat kommt, das ein Patient bekommt, sondern der Rabattvertrag zwischen der Krankenkasse des Versicherten und einem Hersteller, so die AG. Dieser Austausch habe die Versorgungssicherheit bei Generika destabilisiert und sorge für massiven Kostendruck. Dies sei bei Biosimilars aber laut AG Pro Biosimilars nicht nötig, denn sie würden schon jetzt für »enorme Einsparungen« sorgen. Dieser derzeit eingeschlagene Weg sollte deshalb »sorgfältig überdacht werden«.

Denn: Der Biosimilar-Wettbewerb soll die Kosten bei Biopharmazeutika senken. So würde eine durchschnittliche Tagestherapie rund 30,46 Euro ohne Biosimilarwettbewerb kosten, informiert die AG Pro Biosimilar. Mit einem entsprechenden Wettbewerb lägen die Kosten hierfür nur noch bei 11,53 Euro.

Im Vergleich zu ihren Referenzarzneien haben die Krankenkassen zudem durch den Einsatz von Biosimilars einiges an Geld gespart. So konnten im vergangenen Jahr 652,8 Millionen Euro eingespart werden, erklärt die AG Pro Biosimilar. Diese Summe sei zudem ohne die Einsparungen aus Rabattverträgen errechnet worden. Aber: Die meisten Biosimilars werden mittlerweile als rabattierte Packungen abgegeben. 2020 gingen 85,2 Prozent aller Biosimilars unter Rücksicht auf einen Rabattvertrag über den HV-Tisch. Dieser Anteil ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. 2015 lag dieser noch bei 14,1 Prozent.

Zudem wirft die AG Pro Biosimilar einen Blick in die Zukunft und zeigt auf, welche Firmen vor neuen EU-Zulassungen in der Rheumatologie, Onkologie und Ophtomalogie stehen. Für Rheuma-Patienten befinden sich derzeit beispielsweise acht neue Biosimilars in klinischen Studien, in der Krebsforschung sind es sogar mehr als ein Dutzend Biosimilars und in der Augenheilkunde könnte es in den nächsten Jahren rund 20 neue potenzielle Biosimilar-Arzneimittel geben.

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