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Diabetes mellitus
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Video- statt Präsenzschulungen während der Pandemie

Auch in Zeiten von Corona brauchen Diabetes-Patienten besondere Unterstützung im Umgang mit der Erkrankung. Um das Risiko für SARS-CoV-2-Infektionen zu senken und die Arztpraxen zu entlasten, können jetzt Diabetesschulungen per Video abgehalten werden – zumindest in einigen Bundesländern.
AutorKontaktChristiane Berg
Datum 22.05.2020  10:00 Uhr

Entscheidung im individuellen Ermessensbereich

»Die Diabetologie befindet sich in einem digitalen Transformationsprozess«, unterstreicht Professor Dr. Dirk Müller-Wieland, Vorsitzender des Ausschusses Schulung und Weiterbildung der DDG. Daher sei es mit Blick auf die Minderung der Ansteckungsgefahr angezeigt, im Rahmen der Corona-Pandemie bereits erworbene digitale Strukturen zu nutzen und Videoschulungen anzubieten.

»Mit den zugelassenen DMP-Programmen ist eine Videoschulung zur Wissensvermittlung sinnvoll«, bestätigt Dr. Nicolaus Scheper, Vorsitzender des BVND. Er gäbe allerdings zu bedenken, dass nicht zuletzt aufgrund der derzeit noch schlechten Infrastruktur auf diese Weise nur ein Teil der Patienten erreicht werden könne. Bei Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln können und müssen daher auch weiterhin in den anerkannten diabetologischen Einrichtungen Präsenzschulungen stattfinden, hebt er hervor.

Es liege, so die Verbände, im gemeinsamen Ermessen von Patienten und Ärzten, je nach individueller Ansteckungsgefahr zu entscheiden, ob und in welcher Form eine Schulung durchgeführt werden soll. Für die Zukunft sei ein Parallelangebot von Präsenz- und Videoschulungen in der Diabetologie gut vorstellbar.

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