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Bestellungen nicht mehr möglich
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Versandapotheke Disapo ist insolvent

Nach übereinstimmenden Medienberichten hat die niederländische Versandapotheke Disapo Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen wurde 2024 vom europäischen Beauty-Konzern Douglas abgestoßen und gehörte zuletzt zum digitalen Gesundheitsdienst MYA Health.
AutorKontaktPZ
Datum 28.09.2026  12:15 Uhr

Für die auf den deutschen Markt ausgerichtete disapo.de Apotheke B.V. mit Sitz in Heerlen wurde Mitte September 2026 das Insolvenzverfahren eröffnet. Kurz darauf sei auch die Disapo BA B.V., in der Teile des China-Geschäfts gebündelt waren, gefolgt, wie das Branchenmagazin »Retail News« berichtete. Das zuständige Gericht in Limburg habe das Unternehmen für zahlungsunfähig erklärt. Im Kerngeschäft seien zuletzt rund 35 Beschäftigte tätig gewesen.

Demnach sei der operative Betrieb weitgehend zum Erliegen gekommen. Bestellungen für Kundinnen und Kunden aus Deutschland sind nicht mehr möglich. Zwar wird der Online-Shop noch angezeigt, aber bei jedem Produkt ist zu lesen: »Dieser Artikel ist zurzeit nicht erhältlich«.

Vom niederländischen Standort Heerlen aus richtete sich Disapos Kerngeschäft vor allem an den deutschen Markt. Angeboten wurden sowohl verschreibungspflichtige als auch frei verkäufliche Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel. Darüber hinaus war das Unternehmen im China-Geschäft aktiv und verfügte dort über eine eigene Gesellschaft. Nach Medienberichten wurde aus Heerlen auch Milchpulver nach China geliefert.

Douglas verkaufte Disapo an MYA Health

Hinter der Nachfrage nach europäischen Milchprodukten stand unter anderem das in China über Jahre gewachsene Misstrauen gegenüber einheimischer Säuglingsnahrung. Dieses wurde insbesondere durch den Melamin-Skandal von 2008 geprägt, bei dem mit Melamin versetzte Milchprodukte zu schweren Erkrankungen und Todesfällen führten.

Im Jahr 2022 hatte Douglas Disapo im Rahmen der damaligen Strategie des Konzerns, in den Apothekenmarkt einzutreten und Beauty und Gesundheit zusammenzuführen, übernommen. Mit seiner neuen Wachstumsstrategie »Let it Bloom – Douglas 2026« hatte Douglas jedoch Anfang 2023 beschlossen, den Fokus in stationären Geschäften und Online-Shops wieder auf das robuste und stark wachsende Kerngeschäft Premium-Beauty zu legen. In diesem Zug habe Douglas verschiedene strategische Optionen für sein Online-Apothekengeschäft geprüft und sich schließlich zum Verkauf von Disapo an MYA Health entschieden. Dies wurde im Dezember 2023 bekannt und im Juli 2024 vollzogen.

MYA Health plante, Disapo mit einem eigenen digitalen Gesundheitsangebot zu verknüpfen und so eine stärker integrierte Versorgungskette von der Rezeptbeschaffung bis zur Arzneimittellieferung aufzubauen. Die Pläne konnten die wirtschaftliche Lage des Unternehmens jedoch nicht nachhaltig stabilisieren.

Suche nach neuem Käufer

Hinter MYA Health steht ein digitales Gesundheitsangebot, das über eine mobile Anwendung verschiedene Services rund um Rezepte und verschreibungspflichtige Medikamente bündelt. Gegründet wurde das Unternehmen von Christian-Alexander Vry und Daniel Lewinski. Lewinski war bereits zuvor gemeinsam mit Vry und David Schmidt unternehmerisch im Gesundheitsbereich aktiv: 2021 gründeten die drei das Unternehmen Apothera.

Bereits vor der Einleitung des Insolvenzverfahrens soll MYA Health nach einem neuen Käufer für Disapo gesucht haben. Nach Angaben verschiedener Medien wurden über einen längeren Zeitraum Gespräche mit potenziellen Investoren aus Deutschland und China geführt. Zu einem Verkauf kam es letztlich nicht; die Verhandlungen sollen kurz vor einem möglichen Abschluss abgebrochen worden sein.

Berichten zufolge fehlten dem Unternehmen die finanziellen Mittel, um das Geschäft und dessen weitere Entwicklung ausreichend zu finanzieren. Gleichzeitig sollen sich offene Forderungen von insgesamt rund 2,2 Millionen Euro angesammelt haben, vor allem gegenüber Arzneimittellieferanten sowie Anbietern von Milchpulver. Wie sich die finanzielle Situation von Disapo im Detail darstellt, lässt sich derzeit allerdings nicht abschließend beurteilen, da bislang kein vollständiger öffentlich zugänglicher Insolvenzbericht mit einer Aufstellung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten vorliegt. Den Insolvenzantrag reichte die disapo.de Apotheke B.V. schließlich selbst ein.

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