| Melanie Höhn |
| 31.07.2026 10:30 Uhr |
Die Pläne der Regierung von US-Präsident Donald Trump, die staatlichen Zuschüsse für Medicare-Part-D-Tarife auslaufen zu lassen, stoßen bei Demokraten und Teilen der Gesundheitsbranche auf Kritik. / © IMAGO/VCG
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will ein Zuschussprogramm für Arzneimitteltarife im Rahmen des staatlichen Krankenversicherungsprogramms Medicare zum Jahresende 2026 auslaufen lassen, den sogeannten »Teil D«. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters mit Berufung auf die Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS).
Medicare ist die staatliche Krankenversicherung für Menschen ab 65 Jahren und bestimmte Menschen mit Behinderungen in den USA. Medicare »Teil D« übernimmt die Kosten für verschreibungspflichtige Arzneimittel und bietet laut Reuters Millionen von Versicherten über private Versicherungspläne Zugang zu verschreibungspflichtigen Medikamenten.
Durch den Wegfall von Medicare Part D würden demnach auch schätzungsweise 3,6 Milliarden US-Dollar an Subventionen für Versicherungsunternehmen wegbrechen, die die Beitragserhöhungen bei den Medicare-Plänen für verschreibungspflichtige Medikamente abfedern, wie das Wall Street Journal berichtet. Dieser Schritt könnte dazu führen, dass viele Senioren im kommenden Jahr mit höheren Kosten für ihren Versicherungsschutz bei verschreibungspflichtigen Medikamenten konfrontiert sind.
Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CMS verfügen die Versicherer inzwischen über ausreichend Erfahrung mit dem überarbeiteten Leistungssystem, um ihre Monatsbeiträge auch ohne staatliche Zuschüsse »zuverlässig« kalkulieren zu können, so das Wall Street Journal.
Laut Daten der Gesundheitsforschungsorganisation KFF, die von Reuters zitiert werden, hatten 2026 rund 25 Millionen Menschen eine eigenständige Medicare-Teil-D-Versicherung für verschreibungspflichtige Arzneimittel.
Das Wall Street Journal berichtet weiter, dass die Gesundheitskosten vielen älteren Amerikanern mit festem Einkommen weiterhin Sorgen bereiten.
Die Ankündigung stieß auf Kritik von demokratischen Politikern und Gesundheitsorganisationen, so das Journal weiter. Kendall Witmer, Sprecherin des Demokratischen Nationalkomitees, warf den Republikanern laut Times vor, die Gesundheitsversorgung für viele US-Amerikaner, insbesondere für ältere Menschen, zunehmend unerschwinglich zu machen.
Die Versicherungsbranche reagierte zurückhaltender: Der Verband AHIP erklärte, die Auswirkungen der Entscheidung zunächst zu prüfen. Sprecher Chris Bond betonte jedoch, die Anbieter wollten den Versicherungsschutz von Medicare Part D trotz steigender Arzneimittelkosten weiterhin möglichst bezahlbar halten.