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RKI-Analyse
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Um die Gesundheitskompetenz ist es schlecht bestellt

Mit der Gesundheitskompetenz der Menschen in Deutschland ist es nicht weit her. Das legt eine Analyse des Robert-Koch-Instituts schonungslos offen. Demnach haben vier von fünf Personen Schwierigkeiten, mit Gesundheitsinformationen umzugehen. 
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 02.06.2026  15:30 Uhr

Das Robert-Koch-Institut (RKI) definiert Gesundheitskompetenz  als Fähigkeiten, Motivation und Wissen im Umgang mit Gesundheitsinformationen. Die Folgen einer geringen Gesundheitskompetenz sind wenig überraschend: Sie geht mit schlechterer Gesundheit, ungesünderem Verhalten, geringerer Vorsorge und höherer Inanspruchnahme medizinischer Leistungen einher und verursacht zusätzliche Kosten im Gesundheitssystem.

Im RKI-Panel 2024 wurde die Gesundheitskompetenz von 26.817 Personen anhand des HLS19-Q12 erfasst. Die Teilnehmenden bewerteten ihre Schwierigkeiten im Umgang mit Gesundheitsinformationen, die Antworten wurden in vier Kategorien von niedrig bis hoch eingeteilt. Die Ergebnisse wurden kürzlich im »Journal of Health Monitoring« veröffentlicht.

Bemerkenswert ist, dass in den meisten Punkten kein Unterschied zwischen den Geschlechtern und Altersgruppen in der Einschätzung der eigenen Gesundheitskompetenz liegt. Lediglich junge Frauen im Alter von 18 bis 29 Jahren weisen in der Kategorie »geringe Gesundheitskompetenz« einen um 5,8 Prozentpunkte schlechteren Wert auf als Männer derselben Altersklasse.

Insgesamt zeigt die Auswertung, dass 81,3 Prozent der Frauen und 81,0 Prozent der Männer eine geringe Gesundheitskompetenz aufweisen. Entsprechend verfügt nur eine Minderheit der Bevölkerung über eine gute Gesundheitskompetenz. Eine hohe Gesundheitskompetenz fand sich nur bei 3,4 Prozent der Frauen und 3,0 Prozent der Männer.

Die Ergebnisse werden durch andere Studien aus Deutschland gestützt. Sie zeigen deutlich die Schwierigkeiten der Bevölkerung auf, mit Gesundheitsinformationen umzugehen und somit auch Entscheidungen die eigene Gesundheit betreffend fällen zu können. Daraus lässt sich ein erheblicher Handlungsbedarf ableiten, möchte man die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken und Kosten im Gesundheitssystem senken.

Was die Daten nicht zeigen, sind die Gründe der niedrigen Gesundheitskompetenz. Hier gebe es weiteren Studienbedarf, schreibt das RKI in der Auswertung. Gleichzeitig verweisen die Autoren auf die zentrale Rolle des Bildungs-, Sozial- und Gesundheitssystems bei der Vermittlung von Gesundheitskompetenzen. Deren Organisationen seien in der Lage, Angebote und Strukturen zum Erwerb von Gesundheitskompetenzen zu ermöglichen.

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