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Covid-19
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Trotz Coronakrise zur Blutspende gehen

Verschiedene Institute des Gesundheitswesens rufen dazu auf, trotz der SARS-CoV-2-Pandemie weiterhin Blut spenden zu gehen. Es besteht dabei kein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung mit dem Coronavirus.
AutorKontaktCarolin Lang
Datum 20.03.2020  12:36 Uhr

Sowohl das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das Robert-Koch-Institut (RKI) als auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) rufen aktuell die Bürger dazu auf, Blutspendetermine trotz der Coronakrise weiterhin wahrzunehmen. Anlass dafür ist, dass aufgrund der Verbreitung des Coronavirus die Zahl an Blut- und Plasmaspenden in den vergangenen Wochen zurückgegangen ist.

Blutspenden müssten trotz der aktuellen Maßnahmen zur Reduzierung sozialer Kontakte fortgesetzt werden, heißt es. Denn die Spenden werden sowohl für die Versorgung von Patienten mit Bluttransfusionen als auch für die Herstellung von Arzneimitteln benötigt. Da insbesondere Blutbestandteile nur begrenzt haltbar sind, muss für eine kontinuierliche Versorgung auch kontinuierlich gespendet werden. Bisher gibt es keinen Hinweis darauf, dass SARS-CoV-2 durch Blut übertragbar ist und eventuell durch unerkannt infizierte Spender auf Empfänger übertragen werden kann. Zudem wird durch die Hygienestandards in den Blutspende-Einrichtungen sichergestellt, dass kein erhöhtes Risiko für eine SARS-CoV-2 Ansteckung besteht. Das geht aus einer Mitteilung des Arbeitskreises Blut des Bundesministeriums für Gesundheit hervor.

Dieser schätzt das Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2 durch Transfusion von nicht virusinaktivierten Blutkomponenten als sehr gering ein. Demnach sind Blutkomponenten wiePlasma zur Transfusion und Thrombozytenkonzentrate, die mit zugelassenen Verfahren zur Pathogenreduktion behandelt wurden, als unkritisch hinsichtlich einer Übertragung von SARS-CoV-2 anzusehen, da es sich um ein umhülltes Virus handelt und die Verfahren mit vergleichbaren Coronaviren, inklusive SARS-CoV, das Virus sicher inaktivieren.

Daher sollen alle Personen, die sich gesund fühlen, weiterhin zur Blut- und Plasmaspende gehen und so einen Beitrag zur Sicherung der Patientenversorgung leisten. Das medizinische Fachpersonal prüft vor Ort routinemäßig den Gesundheitszustand des Spenders. Dabei misst es auch die Körpertemperatur und fragt nach Infektionssymptomen und Möglichkeiten einer Ansteckung. Bei Anzeichen auf eine Infektion darf kein Blut gespendet werden. Die übrigen Spenderauswahlkriterien werden weiterhin eingehalten.

Das PEI empfiehlt eine vorsorgliche Spenderrückstellung für Personen, die Kontakt zu einem SARS-CoV-2-Infizierten hatten für vier Wochen. Personen, die selbst mit SARS-CoV-2 infiziert waren, kommen erst nach acht Wochen wieder für eine Blutspende infrage.

Eine Übersicht über Blutspendeeinrichtungen findet sich auf den Informationsseiten der BZgA. Potenzielle Spender sollten sich bei den Spendediensten nach den aktuellen Spendeterminen und Spendevoraussetzungen erkundigen.

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