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Morbus Basedow
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Thyreostatika im Vergleich

Bei der Autoimmunerkrankung Morbus Basedow produziert die Schilddrüse unkontrolliert Hormone. Gegensteuern lässt sich mit Thyreostatika. Wie unterscheiden sich die verschiedenen Substanzen hinsichtlich ihrer Wirkung oder Eignung bei Schwangeren oder Leberkranken? Antworten gab Professor Dr. George Kahaly beim Pharmacon in Schladming.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 18.01.2024  18:00 Uhr
Komplikationen in der Schwangerschaft

Komplikationen in der Schwangerschaft

Leiden Schwangere an M. Basedow, gefährdet dies auch potenziell die Gesundheit des Ungeborenen. Die mütterlichen TSH-Rezeptor-Autoantikörper können die Plazenta passieren und bei hohen Konzentrationen zu einer sogenannten Neugeborenen-Hyperthyreose führen. Bereits im Mutterleib kann es beim Kind zu einem erhöhten Pulsschlag kommen. Nach der Geburt fallen die Babys dann durch Tachykardie, aber auch beispielsweise durch Zittrigkeit, Durchfall, Gelbsucht oder eine Gedeihstörung auf. »Erfreulicherweise haben die meisten Kinder diese Antikörper nach etwa drei bis vier Monaten abgebaut«, erläuterte der Referent.

Die mütterlichen TSH-Rezeptor-Antikörper können nach der Plazentapassage jedoch auch die Entwicklung der kindlichen SD behindern. Aus diesem Grund sei es sehr wichtig, bei Schwangeren die Level dieser Antikörper zu bestimmen, ergänzte der Endokrinologe. 

Die Behandlung einer SD-Überfunktion muss in der Schwangerschaft mit großem Bedacht erfolgen. Unter einer Behandlung mit Thiamazol könne es zu einer Embryopathie mit Malformationen, tiefsitzenden Ohren und einer Hautatrophie beim Kind kommen, so Kahaly. Die Prävalenz betrage 1 zu 5000. Durch seine vergleichsweise hohe Plasmaproteinbindung (> 75 Prozent) passiert PTU die Plazentaschranke weniger leicht als Thiamazol (0 Prozent Plasmaproteinbindung). »Mit der Medikation muss man in der Schwangerschaft wirklich sehr vorsichtig sein«, betonte der Endokrinologe nachdrücklich.

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