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Clusterkopfschmerzen
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Therapie im Überblick

Clusterkopfschmerzen zählen zu den schwersten Schmerzerkrankungen. Die streng einseitigen Attacken können mehrmals täglich auftreten und werden akut vor allem mit Sauerstoff oder schnell wirksamen Triptanen behandelt.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 12.10.2026  18:00 Uhr

Prophylaxe mit Verapamil

In der Prophylaxe des episodischen und chronischen Clusterkopfschmerzes gilt Verapamil als Mittel der Wahl. Es wird während einer Clusterperiode eingesetzt, um Häufigkeit und Schwere der Attacken zu verringern. Die Behandlung beginnt in der Regel mit dreimal täglich 80 mg und kann schrittweise auf bis zu 480 mg täglich gesteigert werden. Da Verapamil Herzrhythmusstörungen verursachen kann, sind regelmäßige EKG-Kontrollen erforderlich. In Einzelfällen kann unter fachärztlicher und kardiologischer Kontrolle auch eine höhere Dosierung (bis 960 mg) notwendig sein.

Prednison und andere Corticosteroide werden häufig kurzfristig eingesetzt, insbesondere zur Überbrückung, bis eine langfristige Prophylaxe ihre Wirkung entfaltet. Eine längere Anwendung wird wegen der Nebenwirkungen nicht empfohlen.

Reicht die Wirkung von Verapamil nicht aus oder wird der Wirkstoff nicht vertragen, können Lithium oder Topiramat als Prophylaktika der zweiten Wahl eingesetzt werden.

Ergotamin oder lang wirksame Triptane wie Naratriptan und Frovatriptan können überbrückend abends, bis eine andere prophylaktische Therapie greift, eingesetzt werden. Dies gilt insbesondere für Patienten, die unter nächtlichen Attacken leiden.

Herausforderungen bei chronischer Form

Die Therapie des chronischen Clusterkopfschmerzes ist schwierig. Häufig ist eine Kombination mehrerer der genannten Medikamente notwendig. Meist ist dann auch eine Überweisung in eine spezialisierte Kopfschmerzambulanz nötig.

Ist die Länge der aktiven Periode bekannt und abschätzbar, wird eine wirksame Prophylaxe erst zu deren Ende langsam reduziert und schrittweise abgesetzt. Bei chronischen Clusterkopfschmerzen sollte etwa alle drei bis sechs Monate versucht werden, die Medikation zu reduzieren beziehungsweise abzusetzen.

Die Empfehlungen basieren auf der derzeit gültigen Leitlinie der Deutschen Neurologischen Gesellschaft von 2015. Eine aktualisierte Fassung ist für Ende 2026 vorgesehen.

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