Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Virusstammbaum
-
Theorien zur Entstehung der Omikron-Variante

Die neue besorgniserregende SARS-CoV-2-Variante Omikron unterscheidet sich von allen bislang bekannten Varianten durch ungewöhnlich viele Mutationen, die keine wirkliche Evolution erkennen lassen. Wie kann man sich das erklären? Zwei Theorien werden diskutiert, darunter auch, dass Omikron in einem stark immunsupprimierten Patienten entstand.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 01.12.2021  12:30 Uhr
Virusevolution in immungeschwächten Patienten

Virusevolution in immungeschwächten Patienten

Tatsächlich ist die Erklärung durchaus plausibel. Denn ist das Immunsystem etwa durch eine HIV-Infektion geschwächt, wird das Virus zwar von der Restimmunaktivität attackiert, kann jedoch nicht komplett eliminiert werden. Dass sich unter diesen Bedingungen Virusvarianten bilden, ist zu erwarten.

Gleichzeitig verspürt das Virus aber auch einen gewissen Druck durch die Restimmunität des Patienten. Dies schafft ein Selektionsmilieu. So kann das Virus in einem immungeschwächten Patienten eine Evolution durchlaufen, die es sonst nur im Rahmen einer Infektionskette in der Bevölkerung durchläuft.

Diese Theorie unterstreicht die Notwendigkeit, HIV-Patienten bestmöglich mit Therapeutika zu versorgen. Dies ist bekanntlich bei Weitem nicht der Fall, ebenso wenig wie die Region im südlichen Afrika ausreichend mit Covid-19-Impfstoff versorgt ist.

THEMEN
Coronavirus

Mehr von Avoxa