Die Drohne der Firma Labfly wird mit Transportgut bestückt. / © picture alliance/dpa | Sebastian Willnow
»Das Wetter hat mitgespielt, sodass wir den Testlauf sogar zweimal durchführen konnten«, sagte Grünthal gegenüber der PZ. Damit kann das Forschungsprojekt »Pallidrohne«, das von Grünthal 2024 initiiert wurde und den Mehrwert einer drohnenbasierten Medikamentenlieferung in der Palliativversorgung untersucht, nun weiter fortgesetzt werden.
Der heutige Flug war der europaweit erste Einsatz einer Apotheken-Drohne zur Auslieferung von Medikamenten in einem bewohnten Gebiet und ist Teil des Forschungsprojekts. Die PZ berichtete bereits über die Hintergründe. Erst kürzlich wurde dem Vorhaben vom Luftfahrt-Bundesamt eine Abwurfgenehmigung erteilt. Durch diese Genehmigung ist es erstmals in Deutschland möglich, dass eine Drohne im Dienst von Apotheken fliegt.
Die Drohne, deren Körper von einem 3D-Drucker hergestellt wurde, startete heute 9 Uhr an der Bär-Apotheke in Dessau nach einer Medikamentenbestellung via App («ADApp«) durch einen Patienten und flog dann etwa drei Kilometer bis zum Anhalt-Hospiz. Dort wurde die kleine braune Transportbox aus etwa zehn Metern Höhe mit den darin enthaltenen Medikamenten abgeworfen und vom Team der spezialisierten ambulante Palliativversorgung (SAPV) des Hospizes und den Projektverantwortlichen in Empfang genommen. Die Drohne wiegt rund acht Kilogramm und trägt die maximal ein Kilo schwere Medikamentenlieferung im Bauch.
»Die größte Herausforderung war, mit dem Projekt noch weitere Daten zu erfassen«, so Apotheker Grünthal. Sein Forschungsteam wolle nun die bereits erfassten Daten per Botendienst mit den Daten der Drohne vergleichen. »Eine Drohnenlandung am Zielort ist nicht überall möglich und war auch nicht das Ansinnen. Deshalb haben wir die letzte Meile untersucht, wo die Kundinnen und Kunden sind, die nicht geschult sind mit dem Thema Drohne. Und die sollen zukünftig über ihre eigene App selbst ihre Medikamente bestellen und die Möglichkeit haben, die Lieferung per Drohne, Botendienst oder Abholung in der Apotheke auszuwählen«, sagte er gegenüber der PZ.