Das Forschungsprojekt »Pallidrohne« wird im Bündnis »Translationsregion für digitale Gesundheitsversorgung« (TDG) durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. In dem interdisziplinären Team arbeiten neben Martin Grünthal, Inhaber der Apotheke am Bauhaus in Dessau und Ideengeber, auch der Drohnenentwickler und -Betreiber »Labfly« unter der Leitung von Tim Fischer, die AG Versorgungsforschung der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle (unter Professor Patrick Jahn) sowie die IT-Firma Brain SCC aus Merseburg.
»Wir wollen einen Mehrwert für die Patienten, Angehörigen und Pflegekräfte schaffen«, sagte der Geschäftsführer von Labfly, Tim Fischer. Sein Unternehmen arbeitet seit 2019 an der Möglichkeit, Medikamente aus der Luft abzuwerfen, um so in Zukunft vor allem schwer kranke Patienten im ländlichen Raum medizinisch besser versorgen zu können. Andere Drohnen seines Unternehmens fliegen in der Schwäbischen Alb schon mehrfach täglich Laborproben von Krankenhäusern umher.
Im Rahmen des Projektes soll auch wissenschaftlich untersucht werden, ob eine Drohne gegenüber dem Medikamenten-Transport mit dem Auto wirklich Vorteile hat. Neben der Schnelligkeit und Einfachheit der Bestellung könnte ein entscheidender Vorteil sein, dass die Drohnen vor allem Menschen im ländlichen Raum ermöglichen könnten, länger zu Hause leben und gepflegt werden zu können. Eine Erkenntnis des Forschungsteams ist bislang, dass es in der Versorgung vor allem am Nachmittag, Wochenende und in der Nacht zu Engpässen kommt. Hier soll die Drohne also die entscheidende Abhilfe schaffen.
In der aktuellen Entwicklungsstufe des Projekts existiert nun ein Prozess, über den regelmäßig Medikamente an die Anhaltische Hospiz- und Palliativgesellschaft sowie die Pflegeheime K&S und Avendi in Dessau geliefert werden können.