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Clusterkopfschmerzen
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Tabakrauch könnte eine Rolle spielen

Bisher weiß man nur wenig über die Ursachen von Clusterkopfschmerzen. Neue Daten deuten darauf hin, dass auch Umweltfaktoren wie Tabakrauch an der Entstehung der Erkrankung beteiligt sein könnten.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 12.10.2026  16:20 Uhr

Clusterkopfschmerzen zählen zu den schwersten bekannten Kopfschmerzerkrankungen. Die seltene neurologische Erkrankung ist durch plötzliche, schwere Kopfschmerzanfälle gekennzeichnet. Die Ursachen sind bislang nur unvollständig verstanden. Eine Studie, die kürzlich im Fachjournal »Cephalalgia« veröffentlicht wurde, deutet darauf hin, dass neben den Genen auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen könnten.

Forschende um Dr. Joseph Lloyd vom Karolinska-Institut in Stockholm, Schweden, analysierten Blut-, DNA- und Liquorproben von Patienten mit Clusterkopfschmerzen und verglichen sie mit denen gesunder Kontrollpersonen. Bei den Schmerzpatienten fanden sie erhöhte Marker für die Belastung mit Schwermetallen und anderen Substanzen, die typischerweise im Tabakrauch vorkommen. Zudem zeigten sich Veränderungen der sogenannten DNA-Methylierung. Diese epigenetischen Markierungen beeinflussen, welche Gene in einer Zelle aktiv sind und wie stark sie abgelesen werden.

Mehr als nur genetische Faktoren

Die Ergebnisse deuten nach Ansicht der Wissenschaftler darauf hin, dass Umweltbelastungen wie Tabakrauch biologische Prozesse beeinflussen könnten, die bei der Entstehung von Clusterkopfschmerzen eine Rolle spielen. Da Menschen mit dieser Erkrankung häufiger rauchen als die Allgemeinbevölkerung, könnte dieser Zusammenhang von besonderem Interesse sein.

Allerdings lässt die Studie keine Aussage darüber zu, ob die beobachteten Veränderungen tatsächlich eine Ursache der Erkrankung sind oder erst infolge der Clusterkopfschmerzen entstehen. »Diese Studie kann Ursache und Wirkung nicht beweisen, aber die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Umweltfaktoren wie Schwermetalle im Tabakrauch mit biologischen Mechanismen bei Clusterkopfschmerzen interagieren können«, sagt Dr. Andrea Carmine Belin in einer Pressemeldung des Karolinska-Instituts.

Hinweise auf entzündliche Prozesse

Die Arbeit ergänzt eine weitere aktuelle Untersuchung desselben Forschungsteams, die diesen August im »The Journal of Headache and Pain« veröffentlicht wurde. Darin bestätigten die Wissenschaftler mehrere bereits bekannte Risikogene für Clusterkopfschmerzen und fanden Hinweise auf eine Beteiligung von Entzündungsprozessen und des Immunsystems: Mehrere dieser Gene wurden bei Personen mit Clusterkopfschmerz unterschiedlich exprimiert. Sechs der sieben Gene sind in Immunzellen aktiv oder mit entzündlichen Signalwegen des Körpers verbunden. »Mehrere der Gene beeinflussen dieselben biologischen Signalwege, was uns wichtige Hinweise auf die Mechanismen hinter der Erkrankung liefert«, ergänzt Erstautorin Dr. Caroline Ran in der Pressemeldung.

Gemeinsam stützen beide Arbeiten die Annahme, dass bei Clusterkopfschmerzen genetische Veranlagung, Entzündungsprozesse und Umweltfaktoren zusammenwirken könnten.

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