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Rheuma-Prävention
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Studie zeigt Langzeiteffekt von Abatacept

Eine zeitlich begrenzte immunmodulierende Therapie mit Abatacept kann den Ausbruch einer rheumatoiden Arthritis bei Risikopatienten verzögern. Auch vier Jahre nach der Anwendung bestand der Unterschied zu Placebo noch immer statistisch signifikant, wie eine neue Langzeitstudie zeigt.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 26.03.2026  13:00 Uhr

Bereits vor drei Jahren zeigte die randomisierte APIPPRA‑Studie aus Großbritannien, dass das Fusionsprotein Abatacept das Auftreten einer rheumatoiden Arthritis (RA) bei Hochrisikopatienten hinauszögern kann. Eingeschlossen wurden 213 Personen mit Gelenkschmerzen und entweder hoch positiven Werten für Antikörper gegen citrullinierte Proteine (ACPA), die häufig schon Jahre vor Symptombeginn nachweisbar sind, oder positiven Werten für ACPA und Rheumafaktoren.

Nach einem Jahr mit wöchentlichen Injektionen von 125 mg Abatacept oder Placebo entwickelten in der Verumgruppe deutlich weniger Patienten eine RA oder eine Arthritis in mehr als drei Gelenken als in der Kontrollgruppe (6 versus 29 Prozent). Dieser Unterschied blieb auch nach weiteren zwölf Monaten Nachbeobachtung statistisch signifikant.

Kürzlich hat nun ein Team um Professor Dr. Andrew Cope vom King’s College London die Ergebnisse der Nachfolgestudie APIPPRA Long‑Term Outcome (ALTO) im Fachjournal »The Lancet Rheumatology« veröffentlicht. Die ALTO‑Studie ist ein Follow‑up der ursprünglichen APIPPRA‑Teilnehmenden: 143 Personen aus dem Ausgangskollektiv wurden vier bis acht Jahre nach Ende der Abatacept‑ oder Placebogabe weiter beobachtet (71 versus 72 Teilnehmende). Die mediane Nachbeobachtungszeit lag bei 55 Monaten, also rund viereinhalb Jahren.

Signifikante Unterschiede auch nach vier Jahren

In der ursprünglichen APIPPRA‑Analyse wurde nach zwei Jahren insgesamt 54 Mal ein primärer Endpunkt erreicht. Dazu zählten eine klinisch nachweisbare Gelenkschleimhautentzündung in mindestens drei Gelenken, die Diagnose einer RA sowie der Beginn einer krankheitsmodifizierenden antirheumatischen Therapie. Im längeren Follow‑up der ALTO‑Studie stieg die Zahl der Ereignisse auf 119.

Auch nach vier Jahren blieben die Hochrisikopatienten der Abatacept‑Gruppe signifikant länger krankheitsfrei als diejenigen, die Placebo erhalten hatten. Die Differenz der mittleren arthritisfreien Lebenszeit betrug 4,9 Monate. Nach Ablauf der vier Jahre verringerte sich dieser Unterschied jedoch. Die Ergebnisse bestätigen damit erneut, dass eine zeitlich begrenzte Immunmodulation bei Risikopatienten den Beginn einer rheumatoiden Arthritis verzögern, jedoch nicht vollständig verhindern kann. Besonders deutlich profitierten Patientinnen und Patienten mit einem ausgeprägten Autoantikörperprofil.

In der Abatacept‑Gruppe traten 18 unerwünschte Ereignisse auf, in der Placebogruppe 13. Nach Einschätzung der Studienärzte war jedoch keines dieser Ereignisse auf die Studienmedikation zurückzuführen.

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