Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

»Kenne zumindest alle«
-
Streeck traut sich das BMG zu

Wer auf der Kabinettsbank Platz nimmt, ist noch geheim – auch wenn Namen längst kursieren. Tino Sorge gilt als heißer Kandidat für das Bundesgesundheitsministerium. Die Leitung traut sich aber auch der Virologe und Bundestagsdebütant Hendrik Streeck zu. Immerhin kenne er »alle sehr gut«.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 15.04.2025  11:00 Uhr

Der Koalitionsvertrag ist in der Welt, ebenso die Verteilung der Ressorts sowie deren teils neuer Zuschnitt. Wer die Ministerien in der voraussichtlich schwarz-roten Koalition leiten soll, ist bislang wohl nur hinter den Kulissen gesetzt. Vieles spricht dafür, dass der bisherige gesundheitspolitische Sprecher der Unionsbundestagsfraktion, Tino Sorge, Karl Lauterbach im Amt des Bundesgesundheitsministers nachfolgt.

Im Koalitionsvertrag ist inzwischen festgehalten, dass die CDU das Bundesgesundheitsministerium bekommt. Womit die ebenfalls gehandelten Bärbel Bas und Petra Köpping sowie zuvorderst der bisherige Minister Lauterbach endgültig aus dem Rennen sind.

Frisch für die CDU in den Bundestag zog derweil der Bonner Virologe Hendrik Streeck ein – und dieser traut sich die Nachfolge Lauterbachs zu, wie er im Berlin Playbook Podcast des Nachrichtenportals Politico verkündete.

Arztbesuche reduzieren, um Kosten zu senken

Der CDU-Politiker sagte demnach, es brauche einen Minister, der sich eine großflächige Reform des Systems zutraue und sich »mit den verschiedenen Akteuren, den unterschiedlichen Partikularinteressen anlegen kann«. »Ich kenne zumindest alle sehr gut«, fügte Streeck demnach hinzu.

Die Kosten im Gesundheitssystem einzufangen, wäre Streecks dringlichstes Ziel. Dafür sei die im Koalitionsvertrag skizzierte Patientensteuerung per Primärarztsystem ein Hebel, meinte er; es gelte, die Arztbesuche zu reduzieren. Dass Streeck Chancen auf das Amt hat, ist angesichts von dessen politischer Unbeschlagenheit unwahrscheinlich. Zudem spricht auch der Regionalproporz gegen die Berufung des Nordrhein-Westfalen.

Streeck zog für die CDU nach der Wahl im Februar erstmals in den Bundestag, sein Wahlkreismandat in Bonn gewann er deutlich vor den Grünen. Der Hochschulprofessor erlangte während er Coronapandemie breite mediale Aufmerksamkeit durch seine regelmäßigen Auftritte in Interviews und Expertenrunden, in denen er die Entwicklungen und Herausforderungen der Pandemie kommentierte. Im PZ-Podcast »PZ Nachgefragt« sprach Streeck kurz nach der Bundestagswahl über die Rolle der Apotheken in der Pandemie und in der künftigen Versorgung.

Mehr von Avoxa