Azelastin wird ausschließlich lokal in Form von Nasenspray und Augentropfen gegen saisonale und nicht saisonale allergische Beschwerden angewendet. / © Adobe Stock/Ingo Bartussek
Was sind die Einsatzgebiete von Azelastin?
Azelastin wird zur symptomatischen Behandlung von Heuschnupfen sowie saisonaler und nicht saisonaler allergischer Bindehautentzündung bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab sechs Jahren angewendet. Einige Azelastin-haltige Augentropfen sind schon für Kinder ab vier Jahren zugelassen. Des Weiteren gibt es Azelastin in Kombination mit Fluticasonpropionat in verschreibungspflichtigen Nasensprays für Patienten ab zwölf Jahren mit allergischer Rhinitis.
Wie wirkt Azelastin?
Das Antiallergikum ist ein kompetitiver und selektiver H1-Rezeptor-Antagonist mit schnell einsetzender (circa 15 Minuten), aber auch langanhaltender Wirkung. Zusätzlich zeigt der Wirkstoff antientzündliche Effekte und verhindert die Freisetzung von Histamin aus Mastzellen.
Welche Darreichungsformen gibt es?
Azelastin wird lokal angewendet und ist in Form von Augentropfen und Nasenspray im Handel. Die übliche Konzentration in Augentropfen beträgt 0,05 Prozent (0,5 mg/ml) und in Nasensprays 0,1 Prozent (1 mg/ml).
Von den Augentropfen wird zweimal täglich je einen Tropfen in jedes Auge eingetropft. Falls erforderlich, kann diese Dosis bis auf viermal täglich erhöht werden. Augentropfen sollten ohne Rücksprache mit dem Arzt nicht länger als sechs Wochen ununterbrochen angewendet werden. Dieser Zeitraum entspricht der Aufbrauchfrist nach Öffnung der Flasche. Es gibt aber auch unkonservierte Formulierungen als Einzeldosis-Ophthiolen und Multidosis-Formulierungen, die zwölf Wochen anwendbar sind.
Von 0,1-prozentigen Nasensprays wird bei aufrechter Kopfhaltung zweimal täglich jeweils ein Sprühstoß in jedes Nasenloch gesprüht. Sie können bis zum Abklingen der Beschwerden angewendet werden und sind zur Langzeitbehandlung geeignet. Es gibt auch ein 0,15-prozentiges Nasenspray, von dem Erwachsene und Kinder ab zwölf Jahren einmal täglich (bei Bedarf zweimal täglich) zwei Sprühstöße in jedes Nasenloch sprühen. Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren sprühen zweimal täglich einen Sprühstoß in jedes Nasenloch. In dieser Altersgruppe wird eine Anwendung von mehr als vier Wochen nicht empfohlen.
Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Bei der nasalen Anwendung von Azelastin entsteht häufig ein bitterer Geschmack im Mund. Das geschieht leicht bei unsachgemäßer Anwendung, wenn der Kopf nach hinten geneigt wird und Lösung in den Rachen abfließt. Müdigkeit kann dann ebenso vorkommen. Die Augentropfen können zu vorübergehenden Irritationen an den Augen führen.
Sind Wechselwirkungen möglich?
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln wurden bei lokaler Anwendung von Azelastin bisher nicht beobachtet. Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Antihistaminika oder mit Alkohol sollte jedoch vermieden werden.
Was gilt für Schwangere und Stillende?
Laut Embryotox.de, dem Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Berliner Charité, ist eine lokale Anwendung von Azelastin in Schwangerschaft und Stillzeit möglich, da die Resorption sehr gering ist und keine systemischen Spiegel erwartet werden.
Strukturformel Azelastin / © Wurglics