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Hersteller reagieren
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»Sparpolitik bei Arzneimitteln ist ein Irrweg«

Die Finanzkommission Gesundheit plädierte heute in Berlin für eine einnahmenorientierte Ausgabenpolitik. Dabei gab es auch Empfehlungen, die die Pharmaindustrie betreffen. Die Pharmaverbände werfen der Kommission vor, die internationale geopolitische Lage und den Druck auf die Pharmaindustrie außer Acht gelassen zu haben.
AutorKontaktPZ
Datum 30.03.2026  17:15 Uhr

Die Finanzkommission Gesundheit hat heute in Berlin 66 Empfehlungen zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vorgestellt.

Auch die Pharmaindustrie hat man im Blick. blieb So wurde unter anderem eine Erhöhung des Herstellerabschlags von 7 auf 14 Prozent vorgeschlagen. »Die Erhöhung des Herstellerabschlags, der Ausbau von Wettbewerb unter Patentarzneimitteln, Nachschärfungen bei Preis-Mengen-Regelungen, die Abschaffung des Orphan Drug Privilegs: alle diese Vorschläge eint, dass sie die Rahmenbedingungen für Hersteller massiv verschlechtern würden«, schreibt Pharma Deutschland dazu. »Auch die Vorschläge zu mehr Wettbewerb unter patentgeschützten Arzneimitteln über Selektivverträge würden die Versorgung von Patientinnen und Patienten in Deutschland massiv verschlechtern.« 

In einer gemeinsamen Pressemitteilung kritisieren zudem der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI), Pharma Deutschland und der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) die im Bericht der GKV-Finanzkommission vorgeschlagenen zusätzlichen Sparmaßnahmen im Pharmabereich.

»Zusätzliche Sparmaßnahmen gefährden Versorgung und Standort«

»Wenn der Koalitionsvertrag weiterhin die Grundlage der Regierungsarbeit ist, kann es entgegen den Empfehlungen der Finanzkommission keine zusätzlichen Belastungen für die pharmazeutische Industrie geben«, so die drei Pharmaverbände in einer gemeinsamen Pressemitteilung. »Wer weiter bei Arzneimitteln kürzt, gefährdet die Zukunftsfähigkeit. Das ist ein Irrweg.«

Der Herstelleranteil sei an den Leistungsausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) seit Jahren stabil. »Die pharmazeutische Industrie leistet seit Jahren einen substanziellen Beitrag für die GKV-Finanzen«, so die Verbände. Laut eigenen Angaben soll er sich im Jahr 2025 durch Festbeträge, individuelle und gesetzliche Rabatte sowie Rabatte im Rahmen des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) auf rund 29 Milliarden Euro belaufen. Diese Einschnitte würden die Branche bereits heute »erheblich« belasten.

»Wir sind ganz klar nicht zufrieden mit dem, was die Kommission im Sinne von Sparmaßnahmen bei der pharmazeutischen Industrie nach vorne gebracht hat«, sagte Han Steutel, vfa-Präsident, in einem Pressetermin und fügte hinzu: »Dass endlos an dieser Preis- und Kostenschraube gedreht werden kann, gilt bei der pharmazeutischen Industrie heutzutage wirklich nicht mehr.«

»Die Vorschläge der Kommission greifen zu kurz und verstärken die aktuellen strukturellen Defizite. So ist eine erneute Erhöhung des Herstellerabschlags wirtschaftspolitisch widersprüchlich und kurzsichtig«, ergänzt Pharma-Deutschland-Hauptgeschäftsführerin Dorothee Brakmann. »Man kann nicht ausschließlich den Standort mit zusätzlichen Sonderabgaben strangulieren, wenn man im internationalen Wettbewerb steht.«

Die vorgeschlagenen Maßnahmen würden Investitionen und Innovationen behindern. Zudem würden sie den Druck auf die Pharmaindustrie aus den USA nicht berücksichtigen. »Gerade vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Unsicherheiten braucht es eine leistungsfähige und resilient aufgestellte Arzneimittelversorgung sowie einen starken pharmazeutischen Standort.« Zusätzliche Einsparungen in diesem Bereich würden ein falsches Signal setzen und die langfristige Versorgungssicherheit schwächen. Laut den Pharmaverbänden läge die Lösung darin, ineffiziente Strukturen im Gesundheitssystem aufzulösen und versicherungsfremde Leistungen aus Steuermitteln zu finanzieren.

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