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vfa zum Kommissionsbericht
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Sparmaßnahmen für Pharmaindustrie im Faktencheck

In 66 Empfehlungen zeigt die Finanzkommission Gesundheit in ihrem Bericht auf, wo sie im Gesundheitssystem hierzulande Einsparpotenzial sieht. Betroffen ist unter anderem auch der Pharma- und Arzneimittelsektor. Die Branche sieht sich falsch eingeschätzt und hält mit einem Faktencheck dagegen.
AutorKontaktEv Tebroke
Datum 02.04.2026  15:30 Uhr
vfa: Nicht Preis- sondern Verbrauchskomponente maßgeblich für Ausgabenwachstum

vfa: Nicht Preis- sondern Verbrauchskomponente maßgeblich für Ausgabenwachstum

Der vfa vermisst bei dieser Ausgabenanalyse eine »fundierte Komponentenzerlegung«. Die Feststellung, dass die Ausgabendynamik im Patentmarkt hauptsächlich auf die Preiskomponente zurückzuführen sei, sei nicht anhand von Daten nachvollziehbar. Die frei verfügbaren wissenschaftlichen Analysen zeigten aber, dass die Verbrauchskomponente seit Jahren den stärksten Einfluss auf das Ausgabenwachstum im Arzneimittelmarkt hat.

Fakt sei, dass die Arzneimittelausgabenentwicklung im Wesentlichen durch breitere Therapieoptionen, eine alternde Gesellschaft und vielfältige epidemiologische Veränderungen bedingt ist. Die Ausgabenentwicklung  bei Arzneimitteln entspreche seit Jahren genau dem, was aufgrund der allgemeinen Preisentwicklung und einer höheren Inanspruchnahme infolge einer alternden Gesellschaft zu erwarten ist, heißt es im vfa-Check.

Gänzlich unverständlich sei zudem die kritische Feststellung der Kommission, dass der Umsatzanteil für Arzneimittel mit einer Nutzenbewertung gestiegen sei und den Ausgabenposten mit der höchsten Dynamik bilde. Diese Entwicklung ist laut vfa absolut naheliegend, da die Menge der Arzneimittel mit einem im Jahr 2011 in Kraft getretenen AMNOG-Verfahren wachse (von 0 im Jahr 2010 auf aktuell rund 500 Arzneimittel). »Eine Gleichsetzung mit einer erhöhten Preis- und Ausgabendynamik ist hier nicht sachgerecht.«

Industrie kritisiert fehlende Berücksichtigung geopolitischer Herausforderungen

Grundsätzlich vermisst der Verband die Berücksichtigung der aktuellen globalen geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen und ihre Folgen für Wirtschaft und Gesundheitsversorgung. Diese würden nicht mit einem Satz erwähnt.

Um die Ausgabendynamik zu kompensieren, empfiehlt die Kommission etwa die Anhebung des Herstellerabschlags für patentgeschützte Arzneimittel für das Jahr 2027 um weitere 7 auf dann 14 Prozent. Zudem soll dieser Abschlag ab dem Jahr 2028 dynamisiert werden, durch Kopplung der Ausgabenentwicklung an die Einnahmeentwicklung.

Gerade angesichts des aktuell volatilen geopolitischen Hintergrunds hält der vfa diese Maßnahme für ein fatales Signal. Für die Hersteller brauche es Stabilität und Planungssicherheit. Im Vertrauen darauf, dass der 2024 auf 7 Prozent stabilisierte Abschlag fix ist, hätten die Unternehmen Investitionen getätigt. Die Anhebung des Herstellerabschlags würde dieses Vertrauen aufs Spiel setzen, so die Kritik.

Ein dynamisierter und damit »erratischer Herstellerabschlag« würde die Erstattungsbedingungen in Deutschland für die forschenden Pharmaunternehmen noch weniger planbar machen und obendrein zu einem klaren Bruch mit dem Kernprinzip einer nutzenbasierten Preisverhandlung führen, warnt der Verband. »Das Ergebnis wäre, dass der Pharmastandort Deutschland ausgerechnet zum Zeitpunkt epochaler Herausforderungen noch unattraktiver wird.«

Die Kommission selbst hatte mögliche negative Auswirkungen dieser Maßnahmen antizipiert: Die Regelung könne Auswirkungen auf die Marktteilnahme pharmazeutischer Unternehmer und somit auf den Zugang zu patentgeschützten Medikamenten haben. Zudem könne sie sich auf die Zeit bis zum Zugang bei patentgeschützten Arzneimitteln auswirken, heißt es im Bericht.

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