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Stromausfall
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»So etwas wäre vermeidbar gewesen«

Die Stolpe-Apotheke in Berlin-Wannsee war bis heute Morgen von der Stromversorgung abgeschnitten. Inhaberin Bianca Dabbagh sprach mit der PZ über diese schwierigen Stunden und wie die Versorgung gewährleistet werden konnte. 
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 06.01.2026  16:20 Uhr
»So etwas wäre vermeidbar gewesen«

Heute Morgen kurz vor 8 Uhr bekam Bianca Dabbagh den erlösenden Anruf ihrer Hauseigentümerin, dass der Strom in ihrer Stolpe-Apotheke in Berlin-Wannsee wieder funktioniert. Seit Samstagmorgen war es in der Chauseestraße stockdunkel. »Endlich konnten wir die Rollos wieder hochfahren. Am Wochenende musste ich hier mit Stirnlampe die nötigsten Sachen erledigen.«

Am wichtigsten war zunächst das Management der kühlpflichten Arzneimittel, erzählte Dabbagh. »Die Kühlschränke halten ja relativ lange die Temperatur, sodass wir die Sachen in Styroporboxen gepackt, nach draußen gestellt und abgedeckt haben. Wir haben einen separaten Hof, zu dem kein Fremder Zugang hat.« Das Team merkte jedoch schnell, dass die Temperaturen in die Minusgrade gingen. »Danach haben wir die Sachen zu meiner Schwester transportiert, in einem großen Kühlschrank verstaut und die Temperatur überwacht«, so die Apothekerin. Einer vom Stromausfall betroffenen Kundin sei es passiert, dass ihre im Freien gelagerten Medikamente einfroren und somit unbrauchbar wurden. »Bei uns konnten die Sachen jedoch sehr gut zwischengelagert werden.«

Batterien mussten erst aufgeladen werden

Bianca  Dabbagh hatte bereits im Herbst für Notfälle zwei große Überbrückungsbatterien vom Modell »CyberPower« (Wepa) gekauft – diese waren jedoch noch nicht angeschlossen, weil der Elektriker damals keine Zeit hatte. Das benachbarte Kleinmachnow, Bianca Dabbaghs Wohnort, war nicht vom Stromausfall betroffen. »Wir fuhren die mehr als 20 Kilogramm schweren Batterien also nach Kleinmachnow, luden sie dort auf und brachten sie wieder zurück in die Apotheke – somit konnten wir damit dann den Computer hochfahren«, schilderte sie. »Leider hatten wir ein Riesenproblem, was mich wirklich zwei schlaflose Nächte gekostet hat: Wir sind heimversorgende Apotheke mit Verblisterung und brauchten Blister. Und die Frage war, wie das Ganze in das Blisterzentrum in Kleinmachnow übertragen werden kann«, erzählte Dabbagh gegenüber der PZ. »Wir hatten riesiges Glück, weil wir tatsächlich gestern schon wieder Internet bekamen und die Daten mit dem hochgefahrenen Computer gestern noch übermitteln konnten.«

Die Apothekerin resümierte: »Ich male mir gar nicht aus, was gewesen wäre, wenn Kleinmachnow auch betroffen gewesen wäre. Dann wäre die Versorgung wirklich ganz schwierig geworden.«

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