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Stromausfall
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»So etwas wäre vermeidbar gewesen«

Die Stolpe-Apotheke in Berlin-Wannsee war bis heute Morgen von der Stromversorgung abgeschnitten. Inhaberin Bianca Dabbagh sprach mit der PZ über diese schwierigen Stunden und wie die Versorgung gewährleistet werden konnte. 
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 06.01.2026  16:20 Uhr

Über Handynummer stets erreichbar

Für ihre Kundinnen und Kunden war Dabbagh stets erreichbar, auch weil sie während des Blackouts in Kleinmachnow war. Am Samstagmorgen hinterließ sie an der Außentür einen Zettel mit ihrer Handynummer. »Das haben auch Kunden genutzt. Die Heime, die wir betreut haben, hatten auch alle die Nummer.« Manche Kunden rief die Apothekerin wegen bestimmter Arzneimittel auch selbst an, um zu wissen, ob sie sie benötigen. Ein Glück sei auch gewesen, dass viele Kunden ihre Medikamentenbestellungen noch vor den Feiertagen abgeholt hatten.

Guten Kontakt per Mobiltelefon hatte sie auch mit den Ärztinnen und Ärzten. »Der Kontakt untereinander zwischen den Ärzten, zwischen den Pflegeeinrichtungen und den Kunden und uns war ganz wichtig, und das haben wir sehr schnell aufgebaut.« 

Größerer Schaden wurde vermieden

Laut Dabbagh konnte größerer Schaden vermieden werden, einzig der Ertrags- und Arbeitsausfall, der sich auf ein paar Tausend Euro belaufe. »Die für uns größte Belastung war: Was machen wir mit den Patientinnen und Patienten, die von uns abhängig sind? Klappt alles mit den Heimbewohnern?«, so Dabbagh. »Erst seit gestern wussten wir, dass dort die Versorgung geklappt hatte. Gestern Morgen hörte sich das aber noch gar nicht gut an, ob das uns gelingt. Aber dann haben wir einfach viel, viel Glück gehabt. Das hätte auch anders sein können.«

»Den Ertragsausfall zahlt die Versicherung nicht. Das ist quasi unser Privatvergnügen. Aber das kann man verschmerzen, selbst wenn es weh tut. Aber das ist so unwichtig, es geht um ganz andere Sachen«, sagte sie. »Das wird einem dann in so einem Moment erst bewusst: Unser System wird immer fragiler.«

Vorkehrungen, die die Apothekerin treffen will

Nach dieser Erfahrung will Bianca Dabbagh nun einige Vorkehrungen treffen. Zunächst will sie ein Notfallradio mit Solarzelle und Batterien anschaffen, um unabhängig vom Internet zu sein. »Außerdem schließen wir unseren Kühlschrank nun endlich an diese Batterien an. Falls so etwas im Sommer passiert, kommt es wirklich auf jede Sekunde ja an. Einen Betrieb im Fall eines Stromausfalls auch mit Notstromaggregaten komplett aufrechtzuerhalten, ist bei unseren komplexen Systemen fast unmöglich«, erklärte sie. 

Für die Apothekerin ist nach dieser Erfahrung klar: »Wir sind viel zu angreifbar. Diese Problematik mit den Anschlägen tritt nicht zum ersten Mal auf. Das Stromnetz ist schon größtenteils unterirdisch, aber man kennt die neuralgischen Punkte und so etwas wie jetzt wäre vermeidbar gewesen, wenn man diese Stellen besser überwacht und schützt, also wirklich kontrolliert und im Zweifel Sicherheitsdienste einsetzt.« Bis jetzt sei noch nicht sicher, ob der Zeitplan wirklich eingehalten werden könne. »Das ist eine solche Herausforderung und alle, die zurzeit daran arbeiten, leisten wirklich Erstaunliches.«

In Bianca Dabbaghs Nachbarschaft sind noch viele Wohnungen dunkel, weshalb sie eine Anlaufstelle sein möchte und warme Suppe und etwas zu Trinken anbietet. »Ich finde, das gehört im Kiez einfach mit dazu.«

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