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Beratung orale Antitumortherapie
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»Sie können mit dieser pDL nichts falsch machen«

Zytostatika-Einnahme zu Hause – das geht bei vielen Vorteilen für die Krebspatienten mit hoher Verantwortung und Risiken einher. Am besten sollte jeder dieser Patienten im Rahmen einer pharmazeutischen Dienstleistung strukturiert beraten werden. Zum Einstieg braucht es etwas Mut, eine kurze Vorbereitung und den Download der entsprechenden Arbeitsmaterialien.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 03.02.2026  16:24 Uhr
Im Fokus: Adhärenz, Neben- und Wechselwirkungen

Im Fokus: Adhärenz, Neben- und Wechselwirkungen

Im Mittelpunkt stehen die Punkte Adhärenzförderung, Nebenwirkungsmanagement und Interaktionen, auch mit der Dauermedikation bestehender Erkrankungen und vor allem selbst gekaufter Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.

»Der Gesprächsleitfaden führt auch Anfänger sicher durch das Gespräch, so kann man nichts vergessen«, ermunterte Rosentreter. Neben allen nötigen Informationen für das Fachpersonal gibt es bei den beiden Datenbanken auch patientengerechte Informationsblätter zum Download und Ausdruck. »Die Patienten brauchen etwas in der Hand.«

Selbst wenn man sich bei der strukturierten Beratung auf das Wesentliche konzentriert, sind es viele Informationen für den Patienten. »Kein Patient sollte die Apotheke verlassen, ohne dass wir sicher gehen können, dass er die richtige Einnahme verstanden hat«, betonte Bornemann. »Wenn der Patient zu Hause ist und sich nicht erinnert, kann er die Dosierung nicht dem Beipackzettel entnehmen.«

Personalisierte Medikationspläne mit mehr Möglichkeiten

Zentral ist deshalb der personalisierte Einnahmeplan, inklusive der Therapiepausen und Einnahmehinweisen mit/ohne Mahlzeiten und Möglichkeiten zu Feedback wie Smileys zum Befinden oder dem Auftreten von Nebenwirkungen. Auch die Supportivtherapie und parenterale Gaben wie die nächste Chemo lassen sich mit den Vorlagen von DGOP oder AMBORA abbilden.

Im Gegensatz zum bundeseinheitlichen Medikationsplan wird hier bei jeder Abgabe ein tagesgenauer Plan erstellt. »Fragen Sie den Patienten nach seinem Tagesablauf und finden Sie so die für ihn optimalen Einnahmezeiten heraus, die exakt eingetragen werden«, riet Bornemann. Bei der nächsten Verordnung kann der Patient seinen Plan mitbringen. Anhand der Kreuze kann man dann schnell erkennen, wenn etwas nicht so gut läuft.

Eine Kopie des Einnahmeplans sollte auch immer an die onkologische Praxis übermittelt werden, gegebenenfalls mit einer kurzen Zusammenfassung, was die Apothekerin mit dem Patienten besprochen hat. »Bieten Sie sich als Ansprechpartner für die Praxis und die Patienten an – die meisten rechnen nicht damit, aber es ist eine gute Möglichkeit zu helfen und unser Berufsbild zu stärken. Sie können mit dieser pDL nichts falsch machen«, appellierte Bornemann abschließend. Falsch wäre nur, nicht zu beraten.

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