| Jennifer Evans |
| 25.09.2026 07:00 Uhr |
Die Probleme ähneln sich: Betroffene und deren Partnerinnen oder Partner interpretieren den sexuellen Rückzug wechselseitig als Ablehnung statt als Attraktivitätszweifel. Viele erleben einen Vertrauensverlust in den eigenen Körper, andere kämpfen mit Erwartungshaltungen oder Scham in der Partnerschaft und wieder andere mit der Angst, nie wieder Nähe empfinden zu können. Gleichzeitig berichten einige von kreativen Bewältigungsstrategien: Humor oder neuen Formen von Intimität.
Die Studie macht deutlich, wie relevant sexuelles Wohlbefinden nach einer Krebserkrankung ist. Unbehandelte sexuelle und intime Belastungen erhöhten nachweislich das Risiko für psychische Probleme, Beziehungskonflikte und soziale Isolation, heißt es.
Das Autorenteam rät daher medizinischem Fachpersonal, das Thema aktiv anzusprechen, bestenfalls anhand kurzer Fragebögen. Wichtig sei auch, statt Sexualität den Begriff Intimität zu nutzen. Zudem sollten Informationsmaterialien die Situation realistischer darstellen, statt eine schnelle Rückkehr zur Normalität zu versprechen. Für dringend erforderlich halten die Forschenden außerdem, therapeutische Angebote mit onkologischem Fokus auszubauen.