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mRNA-Impfstoffe
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Sensible Moleküle, komplex verpackt

In mRNA-Impfstoffen wie den beiden zugelassenen Covid-19-Vakzinen ist die empfindliche RNA in komplexen Strukturen verpackt, den Lipid-Nanopartikeln. Wer dabei an einfache kleine Fettkügelchen denkt, täuscht sich gewaltig. Das machte Professor Dr. Gerrit Borchard von der Universität Genf im Webcast von Pharma4u und der Pharmazeutischen Zeitung deutlich.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 28.01.2021  13:58 Uhr

Vorsicht bei Transport und Handhabung

Da es sich bei den mRNA-beladenen Lipid-Nanopartikeln um komplexe Systeme handele, könne bei Transport und Lagerung einiges schiefgehen, sagte der Pharmazeut. »Bei Erschütterung oder falscher Rekonstitution kann es zum Zusammenfließen der Liposomen kommen, das kann zu Dosierungsungenauigkeiten führen«, nannte er ein Beispiel. Für die Stabilität sei es sehr wichtig, sich an die Transport- und Handhabungsvorschriften zu halten. Die Dosierung des Biontech-Produkts betrage nur 30 µg, da könnten kleine Fehler schon große Auswirkungen haben.

Ein Vorteil der mRNA-Impfstoffe ist, dass sie relativ schnell an Mutationen angepasst werden können, indem nämlich die Nucleotid-Sequenz der mRNA bei der Produktion geändert wird. »Wenn diese Anpassung nicht zu stark ist und zu viel von der mRNA-Struktur verändert, kann man wahrscheinlich auch die gleiche Formulierung verwenden«, sagte Borchard. Bei großen strukturellen Veränderungen des Moleküls müsse aber eine neue Formulierung entwickelt werden. Bei einer Reformulierung handele es sich dann im Prinzip um ein neues Arzneimittel.

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