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Herz-Kreislauf-Patienten
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Semaglutid senkt Sterberate bei Covid-19-Infektion

Semaglutid senkt Covid-19 bedingte Ereignisse, einschließlich der Sterberate, bei Patienten mit nachgewiesenen kardiovaskulären Erkrankungen und Adipositas, aber ohne Diabetes. Das ist ein weiteres Ergebnis einer Teilauswertung der SELECT-Studie. Es unterstreicht, dass Übergewicht ein bedeutender Risikofaktor für schwere Covid-19-Verläufe darstellt und folglich als eine Krankheit an sich eingestuft werden sollte.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 02.09.2024  11:00 Uhr

Ein Viertel der Kohorte erkrankte an Covid-19

Insgesamt hatten 4258 Patienten (24,2 Prozent) angegeben, dass bei ihnen Covid-19 diagnostiziert worden war. Der Anteil der weiblichen Patienten und der Anteil derer, die in der Vorgeschichte bereits einen Myokardinfarkt erlitten hatten, war etwas höher als in der Gesamt-Studienpopulation. Andererseits zeigten beide Gruppen ähnliche Werte in Bezug auf Alter, Nierenfunktion und glykämischen Indizes.

Studienpatienten, die an Covid-19 erkrankten, starben eher an nicht kardiovaskulären Ursachen (74,5 Prozent) als an kardiovaskulären Ursachen (25,5 Prozent). Im Gegensatz dazu waren bei den Patienten, die nicht an Covid-19 erkrankt waren, 32,5 Prozent durch nicht kardiovaskuläre Ursachen und 67,5 Prozent durch ein kardiovaskuläres Ereignis verstorben.

Im Semaglutid-Arm wurden die Todesursachen weniger häufig in einem direkten Zusammenhang mit Covid-19 eingestuft, als im Placebo-Arm (43 versus 65). Ebenso war die Gesamtmortalitätsrate, bei der gleichzeitig schwerwiegende unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit Covid-19 auftraten, in der Semaglutid-Gruppe niedriger als in der Placebo-Gruppe.

Semaglutid verbessert Überlebenschancen

Infektionsbedingte Todesfälle erreichten während der Pandemie ihren Höhepunkt und waren in der Semaglutid-Gruppe niedriger als in der Placebo-Gruppe. Im Gegensatz dazu waren die Raten der kardiovaskulären Todesfälle in den Zeiträumen vor und nach der Pandemie im Semaglutid-Arm niedriger als im Placebo-Arm.

Die Gewichtsveränderung zwischen Randomisierung und gemeldeter Covid-19-Erkrankung bei Patienten, die an Covid-19 starben, betrug 6,4 kg in der Semaglutid-Gruppe gegenüber 0,9 kg in der Placebo-Gruppe. Bei Patienten, die Covid-19 überlebten, hatte sich das Gewicht in der Semaglutid-Gruppe um 8,4 kg gegenüber 1,25 kg bei Patienten in der Placebogruppe verringert.

Die Ergebnisse der Studie stützen die Hypothese, dass eine Behandlung mit Semaglutid nicht nur zu einer signifikanten Gewichtsabnahme beiträgt, sondern auch über mehrere potenzielle Stoffwechselwege die Überlebenschancen beim Auftreten anderer Erkrankungen erhöht. Damit bekräftigt auch diese Studie, dass Adipositas ein behandelbarer kardiovaskulärer Risikofaktor ist, und eröffnet somit für die Kardiologie eine ganz neue Domäne.

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