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PhiP im HV
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Selbstmedikation bei Schnupfen

Ist die Nase verstopft, führt der Weg häufig in die Apotheke. Warum abschwellende Nasensprays nicht bei jedem Schnupfen eine Option sind und welche Alternativen das OTC-Sortiment bei Schnupfen bereithält, verrät der 25. Teil der Campusserie »PhiP im HV«.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 10.01.2024  10:00 Uhr

Besondere Patientengruppen

Schwangere und Stillende können topisches Xylometazolin und Oxymetazolin laut Embryotox, dem Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Berliner Charité, kurzzeitig anwenden. Für Säuglinge und Kleinkinder gibt es spezielle ­Dosiertropfer mit 0,01-prozentiger Oxymetazolin- oder 0,025-prozentiger Xylometazolin-Lösung. Da bereits über Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen und Apnoe bei Säuglingen selbst bei therapeutischer Dosierung berichtet wurde, ist die Anwendung topischer α-Sympathomimetika in der Selbstmedikation in dieser Altersgruppe umstritten. Ein Hersteller weist in der Fachinfo seines Präparats darauf hin, dass die Anwendung bei Kindern unter einem Jahr nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen sollte. Das pharmazeutische Personal sollte bei der Abgabe auf die Gefahren und die korrekte Anwendung hinweisen.

Eine Alternative ist physiologische Kochsalzlösung zum Eintropfen in die Nase. Um flüssiges Sekret zu entfernen, stehen verschiedene Varianten von Nasensaugern zur Verfügung. Ältere Menschen leiden häufig unter einem chronisch wässrigen Schnupfen ohne Erkältung – möglicherweise bedingt durch degenerative Prozesse, zentralner­vöse Erkrankungen oder unerwünschte Arzneimittelwirkungen. Diese sogenannte senile Rhinorrhoe ist zumeist ungefährlich. Es können dennoch Nasensprays mit einem Glucocorticoid oder Salzlösung versucht werden. Bei starken Beschwerden kann der Arzt ein Anticholinergikum verordnen.

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