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Metaanalyse
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Schlafdauer beeinflusst die  Impfreaktion

Eine Metaanalyse erhärtet Hinweise, dass es bei gesunden Erwachsenen eine gewisse Korrelation zwischen der Impfwirkung einerseits und dem Schlafpensum um den Impftermin herum andererseits geben könnte. Demnach ist ein objektiv bewerteter kurzer Schlaf von weniger als sechs Stunden pro Nacht mit einer robusten Abnahme der Antikörperantwort verbunden.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 15.03.2023  12:15 Uhr
Männer und Frauen reagieren unterschiedlich

Männer und Frauen reagieren unterschiedlich

Eine Impfung gilt als die wichtigste Strategie zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten, darunter auch zur Vermeidung von schweren Covid-19-Verläufen. Daher sollte es sich lohnen, einfache Verhaltensinterventionen zu identifizieren, die das Ansprechen auf die Impfung verstärken könnten. Wie diese Metaanalyse zeigt, kann eine ausreichende Schlafmenge (mindestens sechs Stunden pro Nacht) während der Tage um die Impfung herum die humorale Reaktion auf verschiedene Virenstämme verstärken. Eine Empfehlung, auf eine angemessene Schlafdauer zu achten, ist sinnvoll, da sie realistisch umsetzbar ist.

Interessant ist, dass Männer und Frauen offensichtlich unterschiedlich und viel variabler auf die Schlafdauer als optimierender Faktor für die Antikörperproduktion ansprechen. Dieser Unterschied ist wahrscheinlich auf schwankende Sexualhormonspiegel bei Frauen zurückzuführen, sagen die Autoren. In einer Pressemitteilung des Journals sagt die Erstautorin der Arbeit, Dr. Karine Spiegel: »Wir wissen aus immunologischen Studien, dass Sexualhormone das Immunsystem beeinflussen«. Bei Frauen werde die Immunität durch den Zustand des Menstruationszyklus, die Anwendung von Verhütungsmitteln und durch den menopausalen und postmenopausalen Status beeinflusst, doch leider seien in keiner der analysierten Studien Daten über den Sexualhormonspiegel erhoben worden.

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