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Verträglichkeit von Antihypertensiva
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Sartane sind die Stars

Die Compliance zu einer blutdrucksenkenden Therapie leidet oft darunter, dass die Medikamente unangenehme Nebenwirkungen haben. Welche Wirkstoffgruppen sind dabei am kritischsten, welche am unproblematischsten? Eine Metaanalyse gibt Antworten.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 23.06.2026  18:00 Uhr

Wenn eine antihypertensive Pharmakotherapie nicht den gewünschten Erfolg zeigt, kann es dafür verschiedene Gründe geben. Einer davon ist simpel: Der Patient hat das Gefühl, die verordneten Medikamente nicht gut zu vertragen, und lässt sie deshalb schnell wieder weg. Weil das nicht jeder von sich aus gegenüber seinem Arzt zugeben mag, sind gezieltes Nachfragen und ein offener Umgang mit möglichen Verträglichkeitsproblemen seitens der Verordner wichtig. Außerdem müssen sie Bescheid wissen, welche Wirkstoffklassen tatsächlich am besten beziehungsweise am schlechtesten vertragen werden.

Hierzu kommt nun ein wichtiger Beitrag von einer Gruppe um Dr. Nelson Wang von der University of New South Wales in Sydney, Australien. Im Fachjournal »JAMA Network« hat sie die Ergebnisse einer Netzwerk-Metaanalyse zu Nebenwirkungen und Therapieabbrüchen bei blutdrucksenkenden Mono- und Kombinationstherapien veröffentlicht. Eingeschlossen waren 716 randomisierte, doppelblinde klinische Studien mit insgesamt 159.362 Teilnehmenden.

Fünf Wirkstoffklassen untersucht

Zum Einsatz kamen ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten (Sartane), Betablocker, Calciumkanalblocker und Thiazid-Diuretika. Die Beobachtungszeiten waren mit vier bis 26 Wochen relativ kurz. Für die untersuchte Fragestellung reicht das aus Sicht der Autoren jedoch aus, da sich, wie sie schreiben, potenzielle Nebenwirkungen einer antihypertensiven Therapie meist gleich zu Anfang zeigten.

Verglichen mit Placebo war das Risiko eines nebenwirkungsbedingten Therapieabbruchs bei der Einnahme folgender Wirkstoffklassen beziehungsweise Kombinationen signifikant erhöht: Calciumkanalblocker (Odds Ratio 1,43), ACE-Hemmer plus Calciumkanalblocker (OR 1,46) und Betablocker plus Thiazide (OR 1,58). Dagegen war bei allen Therapieregimen, die ein Sartan enthielten, das Risiko im Vergleich zu Placebo sogar geringer; statistisch signifikant war der Unterschied für eine Sartan-Monotherapie (OR 0,73) sowie Sartan plus Calciumkanalblocker (OR 0,61).

Schwindel nimmt zu, Kopfschmerzen verschwinden

Welche Nebenwirkungen traten auf? Hier ist vor allem Schwindel zu nennen, der streng genommen keine Nebenwirkung, sondern Anzeichen der erwünschten Senkung des Blutdrucks ist und mit allen untersuchten Therapieregimen assoziiert war. Kopfschmerzen, die ein Symptom einer unzureichenden Blutdruckeinstellung sein können, besserten sich dagegen unter der Therapie. Eine Ausnahme bildeten hier die Calciumkanalblocker, unter deren Einnahme Kopfschmerzen meist nicht besser wurden, wahrscheinlich wegen ihrer vasodilatierenden Wirkung auf Gehirngefäße. Weitere klassenspezifische unerwünschte Effekte waren Ödeme unter Calciumkanalblockern und Husten unter ACE-Hemmern.

Die insgesamt am besten vertragene Zweierkombination bestand aus einem Sartan und einem Calciumkanalblocker. Auf den Rängen 2 bis 5 der besttolerierten Regime folgten Sartan/Betablocker, Sartan allein, Calciumkanalblocker/Thiazid und Sartan/Thiazid. Somit enthielten vier der fünf bestverträglichen Regime ein Sartan, was insgesamt sehr für den Einsatz dieser Wirkstoffklasse zur Blutdrucksenkung spricht.

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