Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Pandemiefolgen
-
Rückschläge bei Eindämmung der Tuberkulose

Die weltweite Eindämmung der Tuberkulose leidet unter den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. Die Weltgesundheitsorganisation befürchtet gravierende Rückschläge seit Beginn der Pandemie, wie aus einem Bericht des Robert-Koch-Instituts anlässlich des heutigen Welttuberkulosetages 2022 hervorgeht.
AutorKontaktChristiane Berg
Datum 24.03.2022  07:00 Uhr
Anstieg der Fälle im Kindes- und Jugendalter

Anstieg der Fälle im Kindes- und Jugendalter

Die Erkrankung äußert sich bei Erwachsenen zu 80 Prozent als Lungentuberkulose mit den Leitsymptomen Husten, Fieber, gelegentlich auch Schwäche, Brustschmerz und Atemnot. An Tuberkulose sollte immer gedacht werden, wenn Husten länger als drei Wochen nicht auf gängige Therapiemaßnahmen anspricht und insbesondere bei blutigem Auswurf. Zu den Risikofaktoren zählen nicht nur Lebensumstände mit hoher Tuberkuloseinzidenz durch Armut, Enge und Obdachlosigkeit. Besonders gefährdet – auch in Ländern mit niedriger Inzidenz – sind auch Menschen mit geschwächten Abwehrkräften unter anderem durch ein hohes Lebensalter, medikamentöse Immunsuppression, chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, angeborene und erworbene Immundefekte sowie Rauchen, Unterernährung, Alkohol- und Drogenabhängigkeit.

Seit einigen Jahren sei ein Anstieg der Tuberkulose im Kindes- und Jugendalter zu beobachten, warnt die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI). Es finde sich zudem bereits heute auch in Deutschland eine deutliche Zunahme resistenter Erreger. Vor dem Hintergrund dieser Tatsache komme der Prävention, Diagnose und Therapie von tuberkuloseexponierten, -infizierten oder -erkrankten Kindern und Jugendlichen besondere Bedeutung zu.

Tuberkulosetherapie

In der Standardtherapie der Lungentuberkulose bei Erwachsenen kommt die Vierfachtherapie mit Isoniazid (INH), Rifampicin (RMP), Pyrazinamid (PZA) und Ethambutol (EMB) über acht Wochen (Initialphase) gefolgt von einer Zweifachtherapie mit INH und RMP über weitere vier Monate (Kontinuitätsphase) zum Einsatz. Es ist entscheidend, dass die Medikamente gleichzeitig und zuverlässig in der richtigen Dosierung über die gesamte Behandlungsdauer eingenommen werden, um stets drohenden Resistenzbildungen entgegenzuwirken.

Für Kinder und Jugendliche hat die DGPI eine S2k-Leitlinie zur »Diagnostik, Prävention und Therapie der Tuberkulose im Kindes- und Jugendalter« verfasst. Diese soll die adäquate Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Tuberkulose-Infektionen auch unter Berücksichtigung der altersabhängigen Pharmakokinetik und somit Dosierung der Tuberkulostatika sichern.

Mehr von Avoxa