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BVDVA-Kongress 
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Regierung diskutiert noch über Apothekenreform 

Im Jahr 2004 wurde der Arzneimittelversandhandel in Deutschland erlaubt. 20 Jahre später wurde beim Kongress des Bundesverbands Deutscher Versandapotheken (BVDVA) eine Bestandsaufnahme gemacht und ein Blick in die Zukunft geworfen. BMG-Staatssekretär Edgar Franke erklärte dabei, dass die Diskussion über die geplante Apothekenreform in der Bundesregierung noch nicht abgeschlossen sei. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 20.06.2024  16:38 Uhr
Regierung diskutiert noch über Apothekenreform 

Der BVDVA-Kongress begann am Donnerstagmorgen mit einer Diskussion zum Thema »20 Jahre Arzneimittelversandhandel in Deutschland – Bestandsaufnahme und vor allem: was kommt?«. Dazu waren Heinrich Meyer (Vorsitzender BVDVA/ Inhaber Sanicare), Edgar Franke (Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium), Anne-Kathrin Klemm (Vorständin im BKK-Dachverband) Olaf Heinrich (CEO Redcare) und Thomas Heil (Vice President Consumer Health IQVIA) eingeladen. Die Moderation übernahm Tobias Krick (Gründer und Co-CEO Unboxing Healthcare). 

Staatssekretär Edgar Franke erklärte, dass es in Zukunft ein Nebeneinander von Versandhändlern und Vor-Ort-Apotheken brauche. »Die Gegensätze, die ich in meiner politischen Praxis als sehr emotional erlebt habe, gehen teilweise an der Versorgungsrealität vorbei.« Gerade in strukturschwachen Regionen könne der Versandhandel einen wichtigen Beitrag zur Versorgung leisten. Gleichzeitig müsse man aber gerade die kleinen Apotheken im ländlichen Raum stärken. 

Die vom Gesundheitsministerium geplante Apothekenreform würde hier für eine praxisgerechtere Honorarverteilung sorgen, glaubt der Staatssekretär. Auch die hochumstrittene PTA-Vertretung findet seine Unterstützung. »In strukturschwachen Regionen, wo es heute fast keine Versorgung mehr gibt, ist es glaube ich besser, wenn wir eine Zweigapotheke haben, in der die Anforderungen nicht so hoch sind. Aber man hätte die Möglichkeit, über Telepharmazie mit einem Apotheker in einen Dialog zu treten.« Er glaubt, dass das eine vernünftige Lösung sei.

Am Ende der Diskussionsveranstaltung wurde der Staatssekretär auf die scharfe Kritik angesprochen, mit der die Apothekerschaft auf den Referentenentwurf zum Apothekenreformgesetz reagierte. Franke meinte, dass es auch viele Apotheker gebe, die Lauterbachs Pläne positiv sähen. »Der Diskussionsprozess ist aber noch nicht abgeschlossen und ein Stück weit ergebnissoffen. Wir haben dazu in der Ampel-Koalition viele meinungsstarke Personen. Aber die Bedenken und Hinweise nehmen wir gerne mit.« 

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