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GKV-Finanzierung
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»Reform mit Game-Changer-Qualität nötig«

Eine grundlegende Strukturreform der Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist dringend erforderlich. Darüber waren sich Vertreter aus Wissenschaft, GKV und Pharmaindustrie beim DAV-Wirtschaftsforum einig. In einer Diskussionsrunde erörterten sie Ideen und Ansätze für eine solche Reform.
AutorKontaktAnne Orth
Datum 27.04.2023  12:30 Uhr

Generikaherstellung in Europa oder nicht?

Und wie lassen sich massive Engpässe bei Arzneimitteln künftig vermeiden? Bei der Frage, ob es sinnvoll sei, einen Teil der Arzneimittelproduktion wieder nach Europa zu verlagern, gingen die Ansichten auseinander. »Es ist gesamtgesellschaftlich nicht sinnvoll, die gesamte Generikaherstellung nach Europa zu holen«, sagte Arentz. Es ergebe Sinn, dort zu produzieren, wo es kostengünstig sei. Zugleich betonte die Expertin für Volkswirtschaft, dass »wir Kosten auf uns nehmen müssen, um die Lieferketten zu stabilisieren«. DAK-Vorstandschef Storm sieht derzeit ebenfalls keine Möglichkeit, auf das Instrument der Rabattverträge zu verzichten. Da bei der DAK-Gesundheit viele Rentnerinnen und Rentner versichert seien, würden ansonsten die Kosten aus dem Ruder laufen. »Wir müssen überlegen, wie wir langfristig die Arzneimittelversorgung sicherstellen wollen«, so Storm.

BAH-Geschäftsführer Hennrich hält hingegen eine Rückverlagerung der Arzneimittelproduktion nach Europa für notwendig. Vom Entwurf des Lieferengpass-Gesetzes zeigte er sich enttäuscht. So sieht der vom Kabinett beschlossene Entwurf nur noch für Antibiotika Änderungen am Rabattvertragssystem vor, nicht mehr – wie noch im Referentenentwurf – auch für Krebsmedikamente. »Das System der Rabattverträge müssen wir ändern«, plädierte Hennrich.

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