Viele Fragen zu den gesundheitlichen Folgen sind noch nicht hinreichend erforscht. Erwiesen scheint hingegen, dass hoher Medienkonsum gerade am Abend die Schlafqualität beeinträchtigt. »Hier entsteht ein Teufelskreis, da ein schlechterer Schlaf bei jungen Menschen zu erhöhter Müdigkeit führt, weshalb sie am nächsten Tag passive Aktivitäten wie Fernsehen bevorzugen«, heißt es in der Studie. Besonders ungünstig sei es, wenn Kinder und Jugendliche das Smartphone, den Computer oder den Fernseher direkt im Zimmer hätten. Und auch die Augen können dauerhaft unter zu viel Bildschirmzeit leiden.
Laut OECD hat sich die mentale Gesundheit junger Menschen in den vergangenen 15 Jahren dramatisch verschlechtert. Ein Trend, der durch die Pandemie noch verstärkt wurde. In diese Zeit fällt auch ein enormer Anstieg der Mediennutzung. Die Forschung habe bisher aber meist keine klare Kausalität zwischen den Entwicklungen nachweisen können. Sicher sei, dass negative Effekte auftreten können, etwa durch exzessive Nutzung oder Cybermobbing oder den Kontakt mit für Kindern ungeeigneten Inhalten.
»Studien deuten darauf hin, dass problematischer Konsum das Risiko für Depressionen, Angstzustände, Einsamkeit, schulische Schwierigkeiten, Probleme mit dem eigenen Körperbild und Schlafstörungen erhöht, wobei Mädchen häufig stärker betroffen sind«, heißt es.
Wichtig ist den Autoren, zu differenzieren: Viele Anwendungen wie E-Books können Kinder und Jugendliche beim Lernen unterstützen. Vor allem Mädchen und sozial bessergestellte Jugendliche machen davon Gebrauch. Einfach abschalten sei deshalb keine Option, sagt Kai Hanke, Geschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerks.
»Die Studienlage zeigt sehr klar auf, dass die digitale Welt enorme Potenziale für Kinder mit sich bringt.« Mediennutzung stelle einen wichtigen Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe dar und könne nicht einfach verwehrt werden, sagt er. Eltern, Schulen, Medien und der Gesetzgeber müssten die Rahmenbedingungen schaffen, damit Kinder diese Potenziale auch nutzen können.