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Bayerischer Apothekertag
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Praktische Tipps für die pharmazeutischen Dienstleistungen

Wie gelingt die Implementierung von pharmazeutischen Dienstleistungen in der Apotheke? Über Organisation, Kundengewinnung und Mitarbeitermotivation sprachen die Apothekerinnen Franziska Scharpf und Barbara Straller beim Bayerischen Apothekertag am 6. Mai in Erlangen.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 10.05.2023  14:30 Uhr
Praktische Tipps für die pharmazeutischen Dienstleistungen

»Die pharmazeutischen Dienstleistungen sind die moderne Art der Patientenbindung«, sagte Franziska Scharpf. Sie ist Vizepräsidentin der Bayerischen Landesapothekerkammer. Gemeinsam mit Barbara Straller, Apothekerin und Moderatorin des Qualitätszirkels Pharmazeutische Betreuung Ansbach, referierte sie bei der Fortbildungsveranstaltung des Bayerischen Apothekertags zum Thema »Pharmazeutische Dienstleistungen in der Apotheke umsetzen«.

Scharpf betonte: »Apotheken zahlen häufig tausende Euro für Werbung im Jahr, die dann doch oft im Müll landet. Mithilfe der pharmazeutischen Dienstleistungen können Apotheken für sich werben und dabei sogar Leben retten.« Nicht nur zur Kundenbindung, sondern auch zur Mitarbeiterbindung trügen die pDL bei, so die Apothekerin: »Durch die pDL konnten wir bereits Pharmazeuten im Praktikum (PhiP) binden, die ursprünglich nach dem Praktischen Jahr in die Industrie wollten.«

Tipps zur Implementierung der pDL

Welche Voraussetzungen sind nötig, um pDL in der Apotheke anzubieten? Zunächst benötige man die erforderlichen Werkzeuge wie geeignete Räume, Materialen und gegebenenfalls Technologien, so Scharpf. Empfehlenswert seien feste Dienstzeiten, in denen die pDL angeboten werden, zu denen weniger Kundenandrang herrscht.

Und schließlich müsse die pDL an den Kunden gebracht werden. Scharpf riet zur direkten Kundenansprache: »Fragen Sie beispielsweise Hypertoniker: Wann wurde bei Ihnen zuletzt eine professionelle Dreifachmessung durchgeführt? Am besten bieten Sie direkt einen Termin zur Blutdruckmessung an.«

Die Risikoerfassung bei Menschen mit diagnostiziert hohem Blutdruck, die als eine von fünf pDL abrechnungsfähig ist, stelle für Scharpf eine gute »Einstiegsdienstleistung« für weitere pDL dar. Im Gespräch ergebe sich häufig die Möglichkeit, um über weitere Angebote wie etwa eine erweiterte Medikationsanalyse aufzuklären. Außerdem empfahl die Apothekerin, das kostenlose Werbematerial der Apothekenkampagne der ABDA zu nutzen, das unter www. apothekenkampagne.de bestellt werden kann. Straller gab den Tipp, Kunden im Rahmen einer Aktionswoche gezielt auf die pDL anzusprechen.

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