| Brigitte M. Gensthaler |
| 03.03.2026 10:00 Uhr |
Zu viel Wachstumshormon kann zur Ausbildung einer Akromegalie führen. / © Adobe Stock/Saiful52
Akromegalie ist eine seltene endokrine Erkrankung, bei der die Extremitäten und inneren Organe der Patienten extrem vergrößert sind. Ursache ist eine übermäßige Bildung und Ausschüttung von Wachstumshormon (Growth Hormone, GH, Somatotropin) aus der Hypophyse, was zu erhöhten Spiegeln des Insulin-ähnlichen Wachstumsfaktors 1 (IGF-1) führt.
Etwa 45 Prozent der Patienten sind auch nach einer Operation biochemisch nicht unter Kontrolle und benötigen eine Langzeittherapie mit injizierbaren Somatostatin-Analoga wie Octreotid oder Lanreotid. Das Hypothalamushormon Somatostatin ist der natürliche Gegenspieler von Somatotropin. Die Polypeptide müssen in der Regel monatlich gespritzt werden.
Paltusotin ist dagegen ein nicht peptidisches, oral bioverfügbares Analogon von Somatostatin. Es wirkt hoch selektiv als Agonist am Somatostatin-Rezeptorsubtyp 2 (SST2-Agonist) und hemmt die Ausschüttung von GH und damit auch die von IGF-1. Dies führt zu niedrigeren und in vielen Fällen normalisierten GH- und IGF-1-Spiegeln bei Akromegalie-Patienten. Palsonify® (Crinetics Pharmaceuticals) wird als 20-mg- und 30-mg-Filmtabletten erhältlich sein.
In der randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie PATHFNDR-2 (DOI: 10.1210/jendso/bvae163.1201) erhielten 111 Patienten mit aktiver Akromegalie einmal täglich entweder Paltusotin (initial 20 mg, dann gesteigert auf 40 oder 60 mg) oder Placebo. Knapp 56 Prozent (30 von 54) der mit Verum behandelten Patienten erreichten in Woche 24 eine biochemische Kontrolle (IGF-1-Spiegel ≤ 1,0 × oberer Normwert) im Vergleich zu rund 5 Prozent (3 von 57) der Patienten unter Placebo.
Dass die orale Medikation den Erfolg einer Monotherapie mit injiziertem Octreotid oder Lanreotid aufrechterhalten kann, zeigte die randomisierte doppelblinde Phase-III-Studie PATHFNDR-1 (NCT04837040). Rund 83 Prozent (25 von 30) der mit Paltusotin behandelten Patienten erreichten in Woche 36 weiterhin eine biochemische Kontrolle (IGF-1-Spiegel ≤ 1,0 × oberer Normwert), verglichen mit 3,6 Prozent (1 von 28) der Patienten mit Placebo.
Die häufigsten Nebenwirkungen in den Studien waren Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und allgemeines Unwohlsein im Unterleib.