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Trennung Arzt/Apotheker
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Oberhänsli will »Edikt von Salerno« in Frage stellen

Seit Wochen wird über die Fusion des Telemedizin-Unternehmens Teleclinic und dem Versandkonzern Zur Rose diskutiert. Nun hat sich auch Zur Rose-Chef Walter Oberhänsli dazu geäußert. Oberhänsli ist der Meinung, dass es sich bei der Teleclinic gar nicht um einen Leistungserbringer handelt. Der Chef des Doc Morris-Mutterkonzerns forderte aber auch, dass man über die strikte Trennung zwischen Arzt und Apotheker diskutieren müsse.
AutorKontaktBenjamin Rohrer
Datum 15.10.2020  12:30 Uhr

Kritik von Apothekern

Der Vorstoß des Schweizer Konzernchefs kam allerdings nicht einmal bei seinen Versandkollegen in Deutschland gut an. Apotheker Dirk Düvel, der hierzulande einen Spezialversender betreibt, hielt eine Gegenrede. Die Trennung zwischen Arzt und Apotheker sei wegen der »Anti-Korruptionshygiene« wichtig. Aufweichungen seien »hochgefährlich«. Düvel erinnerte an die Diskussion, ob Apotheker auch Medizinische Versorgungszentren (MVZ) übernehmen dürfen, was derzeit nicht erlaubt ist.

Und auch Christian Buse, Vorsitzender des BVDVA und Betreiber der Versandapotheke Mycare, sagte: »Das muss ja nicht automatisch falsch sein, nur weil es alt ist.« Buse relativierte seine Aussage allerdings und wies darauf hin, dass auch heute schon Ärzte und Apotheker gemeinsam unter einem Dach arbeiten – nämlich in Krankenhäusern. Ob sich an der Trennung zwischen Ärzten und Apothekern etwas ändern werde, bezeichnete Buse als »ergebnisoffen«.

Im Rahmen der Expopharm Impuls hatten sich auch mehrere Gesundheitspolitiker zur Teleclinic/Zur Rose-Übernahme kritisch geäußert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte resolut erklärt, dass er die Entwicklung beobachten werde. Auch mehrere Bundestagsabgeordnete, Gottfried Ludewig, Digitalisierungsexperte aus dem BMG, sowie Gematik-Chef Markus Leyck Dieken hatten sich entsprechend geäußert. Hier sehen Sie nochmals die Interviews dazu:

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