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Notfallreform mit »Licht und Schatten«

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) begrüßt, dass die Regierungskoalition von ihren Plänen absieht, die Zytostatika-Ausschreibung auf Apothekenebene wieder zu ermöglichen. Damit werde die Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten mit Zytostatika gesichert.
AutorKontaktPZ
Datum 13.10.2026  15:01 Uhr

Morgen werden entsprechende Änderungsanträge zum Notfallreformgesetz im Gesundheitsausschuss des Bundestages beraten, bevor für Donnerstag die 2./3. Lesung im Plenum anberaumt ist. Um zusätzliche Einsparungen bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu erzielen, hatten die Regierungsfraktionen zuletzt Ausschreibungen für patientenindividuell hergestellte Krebsarzneimittel und für Hilfsmittel vorgesehen.

»Das Notfallreformgesetz enthält Licht und Schatten«, sagt der DAV-Vorsitzende Hans-Peter Hubmann: »Es ist vernünftig, dass die Versorgung von Krebspatientinnen und Krebspatienten auch weiterhin nicht durch Ausschreibungen gestört wird und somit gesichert bleibt. Kurze Wege und eingespielte Prozesse zwischen behandelnder Arztpraxis, herstellender Apotheke und zu versorgenden Patientinnen und Patienten sind wesentliche Faktoren für eine sichere und hochwertige Versorgung vor Ort.« Glücklicherweise hätten die Regierungsfraktionen das rechtzeitig erkannt, insbesondere da ein aktueller Schiedsspruch zur Preisbildung von Spezialrezepturen bereits einen dreistelligen Millionenbetrag pro Jahr für die Krankenkassen einspare.

Ausschreibungen auf Hilfsmittel bleiben dagegen Bestandteil der aktualisierten Änderungsanträge zum Gesetz zur Notfallreform. Diese Instrumente lehnt der DAV ab; sie würden erhebliche Risiken für die Versorgung von Patientinnen und Patienten bergen. »Nicht nur bei Spezialrezepturen gegen Krebs, sondern auch bei der Versorgung mit Hilfsmitteln brauchen die Patientinnen und Patienten eine individuelle Beratung und Versorgung«, sagt Hubmann.

»Wenn nur noch der Preis bei der Beauftragung eines Leistungserbringers zählt, wird die Versorgungsqualität leiden. Wenn sich Apotheken in ländlichen und strukturschwachen Regionen aus einzelnen Bereichen der Hilfsmittelversorgung zurückziehen, können längere Wege, geringere Wahlmöglichkeiten und Versorgungslücken die Folge sein. Aus einer kurzfristigen Einsparung kann ein dauerhafter Strukturverlust werden«, so der DAV-Vorsitzende.

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