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Einsatz für die Apotheke
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Nichts außer Plan A

Erneute Apothekenproteste stehen bevor – denn Anlass dafür gibt es nach wie vor genug. Neben der Zuversicht, dass der Einsatz am Ende etwas bringt, braucht es auch die Fähigkeit, sich selbst zu motivieren. Zwei Beispiele, wie das gelingen kann.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 25.02.2026  18:00 Uhr

An diesem Freitag werden sich die Abgeordneten im Bundestag erstmals mit der Apothekenreform befassen. Dass Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) das höhere Fixum durchsetzen will, wird sie aktuell nicht müde zu betonen. Diesen Kurs will die ABDA stützen – und plant gleichzeitig vorsorglich Proteste, weil die Zusage bislang eben nur eine mündliche ist.

Wenn es in etwa vier Wochen also wieder Kundgebungen und Apothekenschließungen wie vor gut zweieinhalb Jahren gibt, braucht es vor allem eins: die Geschlossenheit des Berufsstands. Für diese kämpft Katja Kesselmeier aus dem ostwestfälischen Paderborn seit den ersten Apothekendemos – und auch wenn ihr viel Skepsis entgegenschlug, würde sie sich auch jetzt wieder so engagiert einsetzen, wie sie es damals getan hat.

Damals, das war im Mai 2023, als die Apothekeninhaberin mit gerade einmal 32 Jahren zur Vorsitzenden der Bezirksgruppe Paderborn des Apothekerverbands Westfalen-Lippe (AVWL) gewählt wurde. Mit dem neuen Amt war auch verbunden, die anstehenden Proteste in der Region zu organisieren, wie Kesselmeier der PZ jetzt erzählte.

Neun Protestaktionen in Westfalen-Lippe

Der AVWL entschied sich seinerzeit für dezentrale Aktionen, insgesamt neun waren es in Westfalen-Lippe. In Paderborn hingen im Juni Plakate in den Schaufenstern der geschlossenen Apotheken, Apothekenteams zogen in weißen Kitteln, mit Bannern, Plakaten und Trillerpfeifen durch die 156.000-Einwohner-Stadt. Ihr Getöse dürfte ohrenbetäubend gewesen sein und ihnen die Aufmerksamkeit beschafft haben, die die Apotheken für ihre Ziele brauchen: Honorar anpassen, Bürokratie abbauen, wirtschaftliche Rahmenbedingungen verbessern.

Dass es am Ende mehr als 500 Protestierende sein würden, die sich in Paderborn lautstark für die Apothekenbelange einsetzen, hätte Kesselmeier zunächst nicht gedacht. Denn sie musste gegen ziemliche Widerstände aus den eigenen Berufsreihen ankämpfen – und verzweifelte beinahe darüber.

Es gab Bedenken, Zweifel, Ängste seitens vieler Inhaberinnen und Inhaber, vor der Apothekenaufsicht, vor Wettbewerbern, vor der Frage, ob eine zur Unzeit geschlossene Apotheke rechtliche Konsequenzen hat. »Da habe ich mich gewundert, welches Berufsbild wir von uns selbst haben«, so Kesselmeier. Statt für die eigene Sache zu kämpfen, hätten sich viele lieber zurückgezogen.

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