| Cornelia Dölger |
| 06.10.2026 11:30 Uhr |
Auch bei PTA drohe der Abstand zum Mindestlohn weiter zu schrumpfen. Durch die unterschiedlich hohen Festbeträge würde zudem der Gehaltsabstand zwischen PKA und PTA kleiner werden. PTA lägen mit ihrem Einstiegsgehalt ab 2027 nur noch knapp über dem Mindestlohn, obwohl sie eine längere Ausbildung absolvieren und besondere Verantwortung tragen.
Da für PTA lediglich 120 Euro, für PKA aber 200 Euro mehr vorgesehen sind, würde der Gehaltsabstand zwischen beiden Berufsgruppen auf rund 100 Euro schrumpfen, rechnet die Adexa vor. Der steigende Mindestlohn führe daher zusammen mit pauschalen Erhöhungen dazu, dass Qualifikation und Berufserfahrung finanziell immer weniger berücksichtigt werden. Zudem fielen die prozentualen Gehaltszuwächse für Approbierte besonders gering aus.
Prozentual am wenigsten bleibe übrigens bei den Approbierten. Für sie bedeuteten 120 Euro im Schnitt weniger als 3 Prozent mehr Gehalt.
»Wenn eine qualifizierte Ausbildung sich kaum noch im Gehalt bemerkbar macht, entscheiden sich junge Menschen für andere Berufe«, warnt die Gewerkschaft. Angesichts von Fachkräftemangel und Überlastung der Teams seien faire Gehälter kein Widerspruch zu Arbeitgeberinteressen, sondern »eine Investition in die Zukunft jeder Apotheke«. Das Tarifgebiet Nordrhein sei ohnehin längst abgekoppelt, nicht nur beim Gehalt, sondern auch bei Arbeitszeit und Urlaubstagen. Man erwarte, dass »die Verhandlungen bald am Verhandlungstisch weitergehen«.