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Forschung
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Neues zu Bärentraubenblättern und Mönchspfeffer

Präklinische und klinische Fortschritte bei Phytopharmaka lassen aufhorchen. Bärentraubenblätter hatten in einem Vergleich mit Antibiotika das Nachsehen und beim Mönchspfeffer wurde ein weiteres Puzzleteil des Wirkmechanismus entdeckt.
AutorKontaktManfred Schubert-Zsilavecz
AutorKontaktMario Wurglics
Datum 27.01.2022  07:00 Uhr

Mönchspfeffer hemmt die Angiogenese

Vitex agnus-castus (Mönchspfeffer) wird schon seit der Antike als pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von prä- oder postmenstruellen Beschwerden bis hin zu Fruchtbarkeitsstörungen angewendet. Heute gehört der Einsatz von Mönchspfeffer-Extrakten aus Früchten und Blättern zu den etablierten Therapieoptionen beim prämenstruellem Syndrom (PMS). Während die klinische Wirksamkeit hinreichend belegt ist, war über die molekularen Wirkmechanismen dieser Extrakte bisher wenig bekannt. In den Fokus rückten zuletzt Berichte über eine Beeinflussung der Blutgefäßneubildung (Angiogenese), die eine zentrale Rolle bei der Erneuerung der Uterusschleimhaut im Zuge des Menstruationszyklus spielt.

Im Rahmen einer In-vitro-Untersuchung konnten Forschende im Fachjournal »Planta Medica« die inhibierende Wirkung eines ethanolischen Mönchspfeffer-Fruchtextrakts auf bedeutende Endothelzellfunktionen bei der Angiogenese zeigen. Diese Befunde sind insofern von klinischem Interesse, als sie den möglichen molekularen Wirkmechanismus des geprüften Extraktes widerspiegeln, insbesondere beim PMS, dem eine Endometriose zugrunde liegt.

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