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Herpes
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Neues Medikament in den USA wirkt auch bei resistenten Viren

Die US-amerikanische Arzneimittelagentur FDA hat das Präparat Hovilpri® von Asahi Kasei Therapeutics zugelassen. Darin enthalten ist Pritelivir, ein neuer Arzneistoff mit innovativem Wirkmechanismus bei Herpes.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 16.10.2026  09:00 Uhr

Zugelassen wurde Pritelivir für Erwachsene mit geschwächtem Immunsystem, die an durch eine Herpes-simplex-Virus-Infektion (HSV) verursachten mukokutanen Läsionen leiden und auf andere Therapien wie Aciclovir, Valaciclovir oder Famciclovir nicht angesprochen haben.

Pritelivir wirkt sowohl gegen HSV-1 als auch gegen HSV-2, und sein Wirkmechanismus ist neu. Die Substanz hemmt den Helikase-Primase-Komplex und dadurch die De-novo-Synthese viraler DNA. Die blockierten Virusenzyme sind unter anderem wichtig für die Entwindung doppelsträngiger DNA und den Start der Replikation. Pritelivir greift damit früh in die Virusreplikation ein. Es muss auch nicht durch die virale Thymidinkinase aktiviert werden. Deshalb ist Pritelivir auch wirksam bei Nukleosid-Analoga-resistenten Herpesviren, denen die aktivierende Kinase fehlt.

Pritelivir kann oral eingenommen werden. In der Zulassungsstudie folgte nach einer Initialdosis von 400 mg am ersten Tag an den Folgetagen eine einmal tägliche Einnahme von 100 mg.

Insgesamt wurden 101 immungeschwächte Erwachsene mit mukokutanen HSV-Infektionen für die Zulassungsstudie randomisiert und entweder mit Pritelivir oder einem vom Prüfarzt ausgewählten anderen zur Verfügung stehenden Therapeutikum behandelt, etwa Foscarnet, Cidofovir oder Imiquimod. Die Teilnehmer wiesen ein breites Spektrum an immunsuppressiven klinischen Zuständen auf, etwa Malignome, hämatopoetische Stammzelltransplantation, HIV-Infektion, Autoimmun-/Entzündungskrankheiten oder Transplantationen solider Organe.

Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war der Anteil der Teilnehmer, bei denen alle Läsionen während des Behandlungszeitraums von bis zu 28 Tagen abgeheilt waren. Das war bei 63 Prozent der Patienten unter Pritelivir der Fall, verglichen mit 34 Prozent der Patienten, die eines der anderen Medikamente erhielten. Die häufigste beobachtete Nebenwirkung von Pritelivir war Kopfschmerz.

Asahi Kasei Therapeutics will das neue Medikament noch in diesem Jahr auf dem US-Markt verfügbar machen. Bis das in Deutschland der Fall sein kann, wird es noch dauern. Bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA wurde für den Wirkstoff bisher noch kein Zulassungsantrag gestellt.

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