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Sandoz
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Neue Produktionsanlage für Biosimilars in Ljubljana

Die Pharmaproduktion in Europa verzeichnet neue Erfolge. So plant der Pharmakonzern Sandoz den Bau einer neuen Wirkstoffproduktionsanlage für Biosimilars in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana. Gleichzeitig hat die EU-Kommission dem Konzern Sanofi eine Förderung in Höhe von 400 Millionen Euro für die geplante Insulinproduktionsanlage in Frankfurt am Main bewilligt.
AutorKontaktPZ
Datum 09.09.2026  14:20 Uhr

Sandoz hat seine Pläne zum Bau einer neuen Produktionsstätte für Biosimilar-Wirkstoffe in Ljubljana, Slowenien, bekannt gegeben. Mit einer Investition von 300 Millionen US-Dollar, umgerechnet knapp 260 Millionen Euro, will der bekannte Generika- und Biosimilars-Hersteller die hauseigenen Produktionskapazitäten von Einweg-Fed-Batch-Technologie (DFB) erweitern, heißt es in einer Mitteilung. Das Verfahren kombiniert demnach die Vorteile von Einweg-Bioreaktoren (Single-Use) mit der klassischen Fed-Batch-Prozessführung (Zulauf-Verfahren).

»Der Ausbau unseres Produktionsnetzwerks stärkt unsere Fähigkeit, das künftige Wachstum unseres Portfolios zu unterstützen, langfristigen Wert zu schaffen und den Zugang der Patientinnen und Patienten zu erschwinglichen Medikamenten zu verbessern, während wir gleichzeitig unsere Position als Pionier und weltweit führender Anbieter von Biosimilars ausbauen«, sagt Richard Saynor, Chief Executive Officer von Sandoz.

Die Anlage, die voraussichtlich 2029 den Betrieb aufnehmen werde, soll durch vier DFB-Reaktoren eine Kapazität von 8000 Litern schaffen und sowohl die klinische als auch die kommerzielle Produktion des Unternehmens unterstützen. Dieser Schritt sei ein »Schlüsselelement« seines »Bio100«-Ziels, also der neuen Langfriststrategie für das Biosimilar-Geschäft des Schweizer Konzerns.

Sanofi erhält grünes Licht für 400-Millionen-Euro-Hilfe

Auch der französische Pharmakonzern Sanofi kommt am Standort Deutschland voran. Um die Versorgung mit Insulin zu sichern, darf Deutschland den Konzern mit 400 Millionen Euro unterstützen, wie die EU-Kommission gestern mitteilte. Das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt am Main könne damit für seine Nettokosten entschädigt werden, heißt es. Die EU prüft staatliche Beihilfen wie diese, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.

Sanofi-Aventis Deutschland verpflichtet sich nach Angaben der Brüsseler Behörde im Gegenzug dazu, bis Ende 2032 eine neue Insulinfabrik an ihrem Standort im Frankfurter Stadtteil Höchst aufzubauen. Dort sollen demnach bis Ende 2042 jährlich mindestens 1,1 Tonnen Insulin hergestellt werden. Der Arzneimittelhersteller muss zudem eine Tonne pharmazeutischer Insulinwirkstoffe bevorraten und im Fall eines Engpasses bei der Insulinversorgung die europäischen Märkte bevorzugt versorgen.

Das Hormon Insulin sorgt dafür, dass Glukose aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen werden kann. Bei Menschen mit Diabetes mellitus ist der Blutzuckerspiegel erhöht. Zur Behandlung der Stoffwechselstörung wird teils Insulin verwendet – technisch hergestelltes Humaninsulin, das strukturell dem natürlichen menschlichen Insulin entspricht, oder Insulinanaloga, die molekular leicht verändert wurden. Durch die Vereinbarung mit Sanofi soll die Versorgung mit menschlichem Insulin und Insulinanaloga krisenfester werden.

Ohne die Gelder würde Sanofi laut Mitteilung der EU-Kommission seinen deutschen Standort schließen. Es sei die einzige Produktionsstätte für Humaninsulin im Europäischen Wirtschaftsraum und eine von nur zwei Insulin-Produktionsstätten im Gebiet. »Da einige Produkte wie menschliches Insulin nicht mehr im EWR hergestellt würden, wäre Europa von Einfuhren aus Drittländern abhängig«, so die Behörde.

»Pharmastandort Hessen«

Sanofi hatte 2024 angekündigt, bis 2029 rund 1,3 Milliarden Euro in den Bau einer modernen Insulinproduktionsanlage an seinem Standort in Frankfurt zu investieren. Sie soll die bisherigen Insulinproduktionsanlagen ersetzen.

Die Investition wird durch die Unterstützung der Bundesregierung, der hessischen Landesregierung sowie der Stadt Frankfurt ermöglicht. Das grüne Licht aus Brüssel war die letzte Hürde. Am Standort in Frankfurt arbeiteten nach Unternehmensangaben zuletzt etwa 6500 Menschen.

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) begrüßte die Nachricht: »Das ist ein starkes Signal für den Pharmastandort Hessen und ein weiterer Meilenstein für die Arzneimittel-Souveränität Europas und die Exportstärke Deutschlands«, teilte er mit. »Die Investition stärkt unsere Unabhängigkeit bei lebenswichtigen Arzneimitteln und sichert zugleich industrielle Wertschöpfung und hochqualifizierte Arbeitsplätze am Standort Frankfurt.«

Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) nannte das Projekt in einer Mitteilung »ein starkes Bekenntnis zum Pharmastandort Frankfurt und Hessen«. »Vor dem Hintergrund mehrerer gescheiterter Investitionsprojekte in letzter Zeit bin ich sehr froh, dass nun dieser wichtige Schritt für diese Investition gelungen ist.«

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