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Lupus erythematodes
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Neue Details zur Pathogenese

Der systemische Lupus erythematodes (SLE) ist eine Autoimmunerkrankung, die sich auf eine gestörte Interaktion zwischen T-Zellen und B-Zellen zurückführen lässt. Bestimmte T-Helferzellen (TH) scheinen hier eine entscheidende Rolle zu spielen, denn sie regulieren die Funktionen des Immunsystems.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 17.07.2024  13:00 Uhr
Typ-I-Interferone fördern die SLE-Pathogenese

Typ-I-Interferone fördern die SLE-Pathogenese

Als eine der pathogenen Triebkräfte bei SLE gilt zudem eine erhöhte Expression von Typ-I-Interferonen (IFN). Diese fördern bei Lupus-Patienten die Differenzierung von TPH-Zellen und die Expression von CXCL13. Hier tut sich nun ein Interventionspotenzial auf: Die Blockade der IFN-Signalübertragung durch den Antikörper Anifrolumab, der an die Untereinheit 1 des Interferon-α-Rezeptors bindet, verringert deutlich die CXCL13-Konzentration und den Anteil der TPH-Zellen im Blut dieser Patienten. Dies unterstreicht den potenziellen klinischen Nutzen einer gezielten Beeinflussung der IFN-Achse bei SLE.

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass eine Steigerung der AHR-Aktivität oder die Hemmung des IFN-Signalings strategisch eingesetzt werden könnten, um die SLE-Pathologie zu mildern – indem die Differenzierung von CXCL13+-TPH/TFH-Zellen verhindert und IL-22+-TH-22-Zellen gefördert werden. Allerdings ist die Studie zu klein, um allgemeine Schlüsse aus den Ergebnissen ziehen zu können. Dennoch liefert sie eine sehr wichtige Hypothese, die weiter erhärtet werden muss.

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