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Prophylaktisches Nasenspray
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Nanobody-Aerosol gegen Coronaviren

Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Ein Nasenspray oder Inhalator einmal täglich angewendet, soll den Körper vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 schützen. Was ist das für ein Wirkstoff und wie funktioniert die Technologie von AeroNabs?
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 17.08.2020  17:00 Uhr
Schneller verfügbar als ein Impfstoff?

Schneller verfügbar als ein Impfstoff?

Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg, denn bislang wurde ein entsprechendes Nasenspray oder Aerosol noch nicht einmal an Tieren getestet. Es verwundert daher, dass die Forscher ihre Entwicklung bereits als Notlösung zum Schutz vor SARS-CoV-2-Infektionen sehen, solange kein Impfstoff zur Verfügung steht. Dabei sind die Vakzinen schon deutlich weiter in ihrer Entwicklung.

»Wir sehen AeroNabs als molekulare und weit wirksamere Form der persönlichen Schutzausrüstung«, so der deutsch-amerikanische Miterfinder Dr. Peter Walter, Professor für Biochemie und Biophysik an der UCSF und Forscher am Howard Hughes Medical Institute. »Für diejenigen, die keinen Zugang zu SARS-CoV-2-Impfstoffen haben oder nicht darauf reagieren, könnte AeroNabs eine dauerhaftere Verteidigungslinie gegen Covid-19 sein.« Im Video der Universität wird sogar eine mögliche Anwendung als OTC-Präparat ins Spiel gebracht. Das dürften die europäischen Zulassungsbehörden strenger sehen.

Manche Forscher sehen die Ankündigungen so auch kritisch. »Bevor dieser Ansatz verfügbar ist, ist die Pandemie vorbei«, sagte Professor Dr. Mathias Pletz, Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Uniklinikum Jena, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Seiner Einschätzung nach dürfte es mindestens fünf Jahre bis zu einem möglichen Einsatz dauern, wenn geltende wissenschaftliche Standards eingehalten werden. Die UCSF dagegen spricht von wenigen Monaten.

Auch Professor Dr. Roland Stauber, Nanopartikel-Experte an der Uniklinik Mainz, betonte gegenüber dpa, dass es noch keine aussagekräftigen Studien beispielsweise an Tieren gibt. Das sei der Punkt, an dem sich die Realität von interessanten Ansätzen trenne.

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