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Wehen
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NAD+ könnte Frühgeburten verhindern

Die Einleitung von Wehen erfolgt nach einem ausgeklügelten System. Forschende haben nun herausgefunden, dass auch NAD+ dabei mitmischt. Das könnte einen neuen Ansatzpunkt bieten, um eine vorzeitige Wehentätigkeit zu verhindern.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 30.06.2026  09:00 Uhr

Die Einleitung einer Geburt ist komplex. Hormonelle Faktoren wie sinkendes Progesteron oder ansteigendes Estrogen signalisieren dem Körper, dass es Zeit ist, die Wehen einzuleiten. Gleiches gilt für Oxytocin, das in den Nebennieren des Fetus gebildet wird.

Aber auch das Coenzym Nikotinamidadenindinukleotid (NAD+) spielt allem Anschein nach beim Geburtsvorgang eine Rolle wie eine Veröffentlichung im Fachjournal »Science« zeigt. Die Forscher um Dr. Erin J. Ciampa vom Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston führten dazu Experimente mit Mäusen sowie an Plazentagewebe durch.

Sie zeigten, dass die NAD+-Spiegel in der Plazenta zum Ende einer Schwangerschaft sowohl bei Mäusen als auch bei Menschen sinken. Sobald eine bestimmte Schwelle unterschritten ist, setzt die Wehentätigkeit ein.

Anschließend untersuchten sie detailliert, wie der NAD+-Mangel zustande kommt. Zwei Wege scheinen für die Abnahme verantwortlich zu sein: Die Spiegel mütterlicher NAD+-Vorläufer sinken, während gleichzeitig ein Engpass bei der Synthese in der Plazenta entsteht.

NAD+ ist ein wichtiges Coenzym für die 15-Hydroxy-Prostaglandin-Dehydrogenase (15-PGDH), die den Abbau von Prostaglandinen steuert. Fehlt NAD+, kann das wehenfördernde Prostaglandin – PEG2 – nicht abgebaut werden.

Vorläufermolekül verzögert die Wehentätigkeit

Der Geburtsvorgang konnte jedoch verzögert werden, wenn die trächtigen Mäuse Vorläufermoleküle von NAD+ wie Nicotinamid oder Nicotinamid-Mononukleotid erhielten. Dies sei ein Hinweis auf ein mögliches therapeutisches Potenzial bei Frühgeburten, so die Forscher. Ob dieser Mechanismus auf den Menschen übertragbar ist, bleibt jedoch offen.

»Sollten sich die Ergebnisse beim Mensch bestätigen, könnte dies einige klinische Auswirkungen haben. NAD+-Metabolite in Blut und Plazenta könnten als neue Biomarker verwendet werden, um Frauen mit einem Risiko für frühzeitige Wehen zu erkennen,« schätzt Professor Dr. Sandra Blois vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) gegenüber dem Science Media Center Deutschland die Ergebnisse ein.

»Der Ansatz ist besonders attraktiv, da Nicotinamid kostengünstig, oral verabreichbar ist und über ein etabliertes Sicherheitsprofil verfügt,« ergänzte die Leiterin des Labors für Glykoimmunologie und Reproduktion am Zentrum für Geburtshilfe des UKE.

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