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Bewegung, Wärme, Medikamente
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Nackenschmerzen in den Griff bekommen

Eine falsche Bewegung gemacht oder nachts komisch gelegen – und es schmerzt im Nacken. Warum es jetzt keine gute Idee ist, den Kopf so wenig wie möglich zu bewegen und wie wir nackenfreundlich leben, arbeiten und schlafen.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 11.03.2026  15:30 Uhr

Wann sollte man mit Nackenschmerzen zum Arzt?

»Sie können bei Nackenschmerzen ohne Hinweise auf die oben genannten Erkrankungen ein, zwei Wochen abwarten«, sagt  Kladny. Natürlich komme es auf die Intensität an, aber oft bilde sich das Problem von allein zurück. Das ist die gute Nachricht.

»Warnsignale sind Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen in den Armen«, fasst Kötter zusammen. Ein rund um die Uhr andauernder Schmerz kann auf eine Entzündung hindeuten. Treten nach einem Unfall Nackenschmerzen auf oder hat man eine Krebserkrankung überstanden, ist ebenfalls rasch ein Arztbesuch angesagt.

»Ignoriert man Nackenschmerzen aber dauerhaft, nimmt man oft eine Schonhaltung ein, damit es nicht mehr so wehtut«, so der Orthopäde. Ein Teufelskreis beginnt: Die Muskulatur verkrampfe, Folgeprobleme wie Anspannung, Stress und stärkere Schmerzen drohen.

Wie gestalte ich meinen Alltag nackenfreundlich?

Ob Yoga, Schwimmen oder Dehnübungen für den Nacken: Unsere Nackenmuskulatur freut sich über regelmäßige Bewegung. Selbst der kurze Spaziergang in der Mittagspause ist ein guter Anfang. Und auch ein gesunder Umgang mit Stress – und mit dem Smartphone – kann sich auszahlen.

Für ein nackenfreundliches Arbeiten am Schreibtisch geben Ergonomie-Experten folgenden Rat: »Die Oberkante des Monitors sollte auf Augenhöhe sein, der Abstand zum Körper eine Armlänge betragen«, sagt Kladny. Bei der idealen Schreibtischhöhe könne man die Schulter hängen lassen, die Füße abstellen und Knie sowie Hüften stehen in einem Winkel von 90 Grad.

Eine goldene Ergonomie-Regel besagt aber auch: »Die beste Haltung ist immer die nächste.« Daher wechselt man am besten mindestens dreimal pro Stunde die Haltung, wie Kladny sagt – und auch Beispiele liefert: »Stehen Sie beim Telefonieren auf, nutzen Sie ein Stehpult, stellen Sie den Mülleimer weg vom Schreibtisch.«

Nachts im Bett sollte sich die Wirbelsäule gut erholen können. »Deswegen darf die gesamte Wirbelsäule beim Schlafen nicht abknicken oder überstrecken«, so der Experte. Hier kommt es auf die Kissenhöhe an: Sie passt, wenn der Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule liegen kann und das Kissen selbst den Raum zwischen Kopf und Schultern ausfüllt. Wichtig: Die Schultern gehören nicht aufs Kissen. »Rücken- und Bauchschläfer nehmen besser ein flaches Kissen«, rät Kladny. Doch generell günstiger sei die Seitenlage.

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