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Kommentar zum IGES-Gutachten
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Munition gegen das geplante Rx-Boni-Verbot

Aus politischer Sicht können die Apotheker zwei Lehren aus dem IGES-Gutachten ziehen: Erstens könnte die Meinung der Gutachter, dass ein Rx-Boni-Verbot eher den Versendern hilft, das Apotheken-Stärkungsgesetz gefährden. Zweitens sind regulatorische Maßnahmen bei der Einführung des E-Rezepts von größter Bedeutung. Allerdings ergeben sich aus dem Gutachten auch Fragen, meint PZ-Chefredakteur Benjamin Rohrer.
AutorKontaktBenjamin Rohrer
Datum 09.09.2020  17:00 Uhr

Fokus E-Rezept

Doch die IGES-Gutachter geben sowohl den Apothekern als auch der Politik noch einen weiteren, fast etwas versteckten Hinweis. Sie erklären, dass sich erst durch die flächendeckende Einführung des E-Rezepts eine »neue Wettbewerbslandschaft« ergeben könnte. Zwar sehen die Gutachter in ihrem sehr theoretisch wirkenden Rechenmodell  nur eine leichte prozentuale Steigerung für die Versender im Rx-Markt, wenn das E-Rezept eingeführt ist. Allerdings weisen sie darauf hin, dass die strukturellen Vereinfachungen durch das E-Rezept (kürzere Belieferungszeiträume, etc.) eher den Versandhandel unterstützen.

Eine ausdrückliche Handlungsempfehlung geben die Gutachter – komischerweise – an keiner einzigen Stelle. Müsste man eine zwischen den Zeilen finden, wäre es wohl die, dass die Apotheker sich künftig auf die regulatorischen Maßnahmen rund um das E-Rezept konzentrieren sollten.

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