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Arzneiformen für Kinder
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Minitabletten sind »der letzte Schrei«

Klein, aber oho! Sogenannte Minitabletten sind Professor Dr. Jörg Breitkreutz zufolge auf dem Vormarsch bei den kindgerechten Darreichungsformen. Was dahinter steckt, erklärte der pharmazeutische Technologe von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf beim Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming.
AutorKontaktCarolin Lang
Datum 17.01.2023  15:00 Uhr

Minitabletten auf dem deutschen Markt 

»Aufgrund dieser Arbeiten haben sich in den letzten Jahren tatsächlich schon neue Produkte herausgebildet und sind verfügbar«, sagte Breitkreutz. Einige Minitabletten-Präparate, die in Deutschland auf dem Markt sind, stellte der Technologe kurz vor. So zum Beispiel Orfiril® long von Desitin, das Natriumvalproat-haltige retardierte Minitabletten zur Epilepsietherapie in Sachets enthält. »Hier ist durch einen Methylcellulose-Film die Freisetzung des Wirkstoffs verlängert«, erläuterte er.

Ein Beispiel für ein Minitabletten-Präparat zur monolithischen Einnahme ist Slenyto® von Infectopharm, das retardierte Matrix-Minitabletten im Blister enthält. Slenyto steht für »sleep the night through«, enthält Melatonin und ist indiziert bei Insomnie bei Autismus oder Smith-Magenis-Syndrom, wenn Schlafhygienemaßnahmen unzureichend waren.

»Man könnte sagen, dass Minitabletten bei Kinderarzneimitteln gerade der letzte Schrei sind«, resümierte Breitkreutz. »Im Bereich der pharmazeutischen Industrie werden viele flüssige Zubereitungen in der Zukunft durch Minitabletten oder andere kleindimensionierte feste Arzneiformen abgelöst werden«, prognostizierte er in einem Kurzinterview mit der PZ im Anschluss an seinen Vortrag:

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