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Prospektive Studie
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Milch kann Darmkrebsrisiko senken

Eine umfangreiche britische Untersuchung stützt die Annahme, dass Milch und manche Milchprodukte das Risiko für Dickdarmkrebs bei Frauen verringern können. Vermutlich liegt es an einem bestimmten Inhaltsstoff.
AutorKontaktdpa
Datum 13.01.2025  15:00 Uhr
Auf Obst und Vollkornprodukte setzen

Auf Obst und Vollkornprodukte setzen

Weitere Lebensmittel und Nährstoffe, die das Darmkrebsrisiko reduzieren (wenn auch in geringerem Maße) sind der aktuellen Auswertung zufolge Frühstücksflocken, Obst, Vollkornprodukte, Ballaststoffe, Folsäure und Vitamin C.

Bereits 20 Gramm Alkohol pro Tag hingegen erhöhen das Darmkrebsrisiko demnach im Mittel um etwa 15 Prozent. Bei rotem sowie bei verarbeitetem Fleisch wie etwa Wurst können es bei 30 Gramm pro Tag etwa 8 Prozent mehr sein. Wissenschaftler vermuten, dass die schädliche Wirkung von Alkohol mit der Produktion von Acetaldehyd im Zuge des Stoffwechsels zusammenhängt. In hoher Konzentration fördert Acetaldehyd Zellmutationen und erhöht die Bildung krebserregender reaktiver Sauerstoffprodukte.

Krebsspezialist: Ergebnisse dürften auch für Männer gelten

Mehr als 5 Prozent der Menschen in Deutschland erkranken nach Krebsregister-Zahlen im Laufe ihres Lebens an Darmkrebs, der die dritthäufigste Tumorerkrankung in Deutschland ist. Professor Dr. Rudolf Kaaks vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg sieht die neue Untersuchung als gut durchgeführte Analyse an. »Die Studie bestätigt frühere, ähnliche Befunde, beispielsweise in der europäischen «Epic»-Studie«, erklärt der Leiter der Abteilung Epidemiologie von Krebserkrankungen. Er geht davon aus, dass die Ergebnisse auch für Männer gelten.

Das Forschungsprojekt untermauere bisherige Erkenntnisse zur ernährungsbedingten Beeinflussung von Darmkrebs. Die positive Wirkung von Milch und Calcium sei jedoch stärker ausgeprägt als nach früheren Studien.

Kaaks verweist auch auf eine Studie in Heidelberg von 2011, an der er selbst beteiligt war, und in der sich ebenfalls eine positive Wirkung von Calcium zeigte. Allerdings war die Verringerung des Risikos damals nicht statistisch signifikant.

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