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DAC/NRF-Rezepturtipp
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Metronidazol-Kapseln herstellen – was ist zu beachten?

Mangels geeigneter Fertigarzneimittel besteht aktuell Bedarf für individuell angefertigte Metronidazol-Zubereitungen. Vor allem flüssige Suspensionen und Kapseln zum Ausfüllen sind für die Apotheken relevant. Im DAC/NRF-Labor wurde in den vergangenen Wochen die Herstellung von Metronidazol-Kapseln praktisch geprüft.
AutorKontaktDAC/NRF
Datum 15.02.2024  10:00 Uhr

In Anlehnung an die Fertigarzneimittel sollen die Kapseln 250 bis 500 mg Metronidazol enthalten. Bei der hohen Dosis kommt nur die Kapselgröße 0 infrage. Metronidazol steht als mikronisierte und kristalline Ware zur Verfügung, beide werden bei der Herstellung berücksichtigt. Gearbeitet wird nach der Kalibriermethode A aus den Allgemeinen Hinweisen I.9.3.1., bei Bedarf wird das Mannitol-Siliciumdioxid-Füllmittel (NRF S.38.) ergänzt.

Die Ergebnisse sind nun im Rezepturhinweis beschrieben. Kurz zusammengefasst lassen sich folgende Metronidazol-Kapseln herstellen:

  • Aus mikronisierter Rezeptursubstanz lassen sich Kapseln mit nominal 250 mg Metronidazol nach Methode A des Kalibrierverfahrens herstellen.
  • Aus »kristalliner« Rezeptursubstanz ohne Vorverreibung lassen sich Kapseln mit nominal 500 mg Metronidazol nach Methode A des Kalibrierverfahrens herstellen.

Die Herstellung mit der kristallinen Ware ist deutlich einfacher. Abhängig von der Korngröße des Füllmittels kann es hier aber durch die unterschiedlichen Teilchengrößen zur Entmischung und damit zur Inhomogenität der Pulvermischung kommen.

Zurzeit wird die Praktikabilität der Metronidazol-Suspensionen überprüft, die Ergebnisse werden demnächst im Rezepturhinweis zu finden sein.

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